: Mutigere Kritiker!-betr.: taz-Berichterstattung
betr.: taz-Berichterstattung
Zwischendurch mal ein Dankeschön für Eure Zeitung! Es ist mir ein Bedürfnis, auf die Kritiken zu reagieren, die taz sei zu teuer, zu dünn, zu bißarm, zu fehlerhaft gesetzt, nur eine Zweitzeitung. So richtig das alles ist, so falsch ist es im Vergleich mit unserer Rest-Medienlandschaft. Ich bin froh, eine Autorenzeitung zu bekommen, und das jetzt auch per Austräger: seitdem gab's keinen Tag mehr ohne Zeitung. Als Zweitzeitung benutze ich andere Blätter: denn wenn ich alles lese, was Ihr bringt, habe ich eine Fülle von Infos, die zu verdauen bereits so komplex ist, daß mir die Standardinfos anderer Zeitungen plus TV manchmal kaum mehr als ein Alltagsfüllsel erscheinen. Zwar schiebt Ihr immer mehr von diesen Alltagsfüllseln ins Blatt, aber das finde ich nicht besonders spannend — eine Menge von diesen Infos kriegt man doch sowieso. Was mich bisweilen stört, sind grammatikalische Fehler und die Arroganz einiger Autoren im Umgang mit den Sujets — da wünschte ich mir ein verbessertes Redigieren. Was ich mir weiterhin verstärkt, vehement und noch komplexer wünsche, ist die Auseinandersetzung mit den Themen Sexismus, Rassismus und Anarchie, denn sie betreffen die Grundlagen der Weltbefindlichkeit mehr als alles andere. Zudem erwarte ich eine seriösere Auseinandersetzung mit dem deutschen Film, der besser ist als sein Ruf — da sind mutigere Kritiker gefragt, die sich nicht nur auf der negativen oder süffisanten Seite in Sicherheit zu wiegen imstande sind. Wieland Speck,
Filmemacher, Berlin
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