piwik no script img

Batterien unter'm Birnbaum

■ Kleingartenkolonie verseucht/ Behörden handeln nicht

Spandau. Bei der Spandauer Kleingartenkolonie „Grenzstein“ ist eines unstrittig: Der Boden ist mit Quecksilber, Blei, Kupfer und Zink vergiftet. Grenzwerte werden teilweise um das 25fache überschritten. Gestritten wird sich allerdings darüber, ob die Kolonie mit insgesamt 32 Parzellen geschlossen werden muß, um die Gesundheit der Pächter zu schützen.

Die Rechtsanwälte Frank Lansnicker und Thomas Schwirtzek – mehrere Mandanten klagen gegen den Bezirksverband Spandau der Kleingärtner e. V. auf Schadenersatz – prüfen, ob sie nun auch einen Strafantrag gegen die Umweltverwaltung wegen fahrlässiger Körperverletzung stellen. Die Umweltverwaltung hatte die Kolonie bereits 1989 als „vermuteten Altlastenstandort“ bewertet, weil die Kolonie im Jahr 1928 auf einer ehemaligen Mülldeponie angelegt worden ist. Damals wurde der Kleingarten „Zum Müllberg“ genannt. Die Anwälte prüfen, ob die Umweltverwaltung nach einer von ihr veranlaßten Untersuchung im März dieses Jahres die Kolonie hätte schließen müssen. Die Umweltverwaltung selbst hält sich jedoch nicht für zuständig. Irina Müller vom Referat Bodensanierung: „Wir sind zuständig für den Schutz des Grundwassers.“ Im Wasser seien noch keine Schwermetalle gefunden worden. Im kommenden Jahr werde weiter untersucht. Die bisherigen Ergebnisse seien dem Bezirksamt, daß die Anlage im Falle drohender Gesundheitsgefahren schließen müßte, weitergeleitet worden.

Daraufhin hat das Spandauer Umweltamt weitere Proben gezogen und den Kolonievorstand von den Ergebnissen informiert, berichtet Petra Kelm, Mitarbeiterin des Umweltamtes. Die Ergebnisse seien ebenfalls dem Veterinär- und Lebensmittelamt sowie der Abteilung Gesundheit mitgeteilt worden. In deren Verantwortung liege, ob das angebaute Obst und Gemüse verzehrt werden darf. Bis Redaktionsschluß war von beiden Stellen keine Stellungnahme zu erhalten. Dirk Wildt

Eine Koalition, die was bewegt: taz.de und ihre Leser:innen

Unsere Community ermöglicht den freien Zugang für alle. Dies unterscheidet uns von anderen Nachrichtenseiten. Wir begreifen Journalismus nicht nur als Produkt, sondern auch als öffentliches Gut. Unsere Artikel sollen möglichst vielen Menschen zugutekommen. Mit unserer Berichterstattung versuchen wir das zu tun, was wir können: guten, engagierten Journalismus. Alle Schwerpunkte, Berichte und Hintergründe stellen wir dabei frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade jetzt müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Was uns noch unterscheidet: Unsere Leser:innen. Sie müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Es wäre ein schönes Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen