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Großbrand in Gaswerk

■ Explosionsgefahr/ Brandstiftung?

Wittenau. Bei der Bekämpfung eines Brandes auf dem Werksgelände einer Firma für technische Gase an der Miraustraße am Donnerstag abend bestand nach Feuerwehrangaben erhebliche Explosionsgefahr. Laut Feuerwehr loderten aus den Ventilen von 150 Acetylen-Flaschen Flammen. Erst nach anderthalb Stunden gelang es, die brennende Flaschenbatterie auf der Rampe einer Abfüllstation zu löschen. Besonders besorgt waren die Feuerwehrleute, als sie auch im Inneren der Abfüllstation auf dem Linde-Gelände etwa 200 weitere Acetylen-Druckgasflaschen vorfanden, aus denen das giftige Gas ungehindert aus geöffneten Ventilen ausströmte. Insgesamt war deshalb „vorsätzliche Brandstiftung offensichtlich“, schrieb der Einsatzleiter in seine Lagemeldung. Wie der Brandrat erläuterte, bestand die Gefahr einer verheerenden Explosion. Noch gestern nachmittag wollte die Kripo im Gegensatz dazu eine vorsätzliche Brandstiftung ausschließen und ging von einem „Betriebsunfall“ aus: beim Ablassen eines zu hohen Stickstoffanteils habe ein Firmenangehöriger versehentlich bei drei oder vier Flaschen die Ventile aufgedreht. Dies hätte ein Sachverständiger der Firma Linde herausgefunden. Nach Angaben des Betriebsleiters war die Brandursache dann eine „elektrostatische Entzündung“.

Indes halten die Experten der Feuerwehr weiter ihren Verdacht der Brandstiftung aufrecht, was ungewöhnlich erscheint. Die Theorie der Selbstentzündung sei aus technischer Sicht „ausgemachter Blödsinn“, hieß es. Offenbar wolle die Firma Linde nur ihren Ruf wahren. thok

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