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Die Sonne wird hart

■ Heraus zum ersten Mai? Nur mit Hut!

Berlin (taz) – Der April ist rekordverdächtig. Noch nie in diesem Jahrhundert schien im Monat der Wetterlaunen die Sonne so viele Tage hintereinander. Vorsicht jedoch beim Sonnenbaden: Das Berliner Umweltamt hat errechnet, daß die ultraviolette Strahlung schon jetzt etwa 80 Prozent des Hochsommer-Spitzenwertes erreicht – normal wären 60 Prozent.

Schuld daran ist außer der Wetterlage ein Phänomen, das schon im Februar Anlaß zur Sorge gab: Der Ozon-Schutzfilter ist über der nördlichen Halbkugel um etwa 20 Prozent dünner geworden. Noch immer treiben Ascheteilchen aus dem Pinatubo-Vulkan um die Erde und verstärken die Wirkung der industriellen Ozonfresser: Immer mehr harte Ultraviolettstrahlen erreichen niedrigere Luftschichten und schaden dort der (menschlichen) Gesundheit gleich mehrfach: Sie lösen Hautkrebs aus, schwächen das Immunssystem und erzeugen in Verbindung mit Autoabgasen Ozon, das nun nicht mehr schützt, sondern Schleimhäute reizt und zu Atemnot führt. Die Hessische Landesregierung hat deshalb gestern ein Tempolimit auf Autobahnen angekündigt.

Unten zuviel, oben zuwenig Ozon: Der Rekord-April könnte die Krebsstatistik um „40 bis 50 Prozent“ in die Höhe treiben, warnt der Mannheimer Strahlenmediziner Ernst Jung. Vor allem Kleinkinder sind gefährdet. Braungebrannte Haut ist kranke Haut, auch wenn die Pharmaindustrie mit ihren Salben das Gegenteil verspricht. Besser als jede Chemie ist ein Dach über dem Kopf. Wer trotzdem die eigenen vier Wände verlassen muß, sollte den Hut nicht vergesssen. nh

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