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Unterm Strich

Zum 100. Geburtstag des Filmregisseurs William Dieterle stiftet seine Geburtsstadt Ludwigshafen in diesem Jahr einen Filmpreis. Der Hauptpreis soll für eine herausragende filmische Leistung, ein Förderpreis für einen Film über die Verständigung zwischen verschiedenen kulturellen und ethnischen Gruppen vergeben werden. Die Stadt will mit der Auszeichnung an das umfangreiche Werk Dieterles erinnern, der Anfang der dreißiger Jahre nach Hollywood gegangen war und 1972 in München starb.

Klaus Maria Brandauer wird bei den 3. Internationalen Filmfesttagen in Magdeburg (22.-26. September) mit dem „Magdeburger Otto“ geehrt. Die nach dem Naturforscher und Staatsmann Otto von Guericke benannte und nicht mit einer Geldsumme dotierte Auszeichnung erhält der Künstler für sein Gesamtwerk. Während des Festivals werden Istvan Szabos Filme „Mephisto“, „Hanussen“ und „Oberst Redl“ gezeigt werden, in denen Brandauer die Hauptrollen spielte. Wegen zum Teil geringer Resonanz in den beiden Vorjahren ist das Festivalprogramm diesmal um die Hälfte gekürzt worden. Insgesamt sind 50 Filme zu sehen.

Der frühere sowjetische Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow und seine Frau Raissa wollen am 25. Juli zur Eröffnung der 82. Richard-Wagner-Festspiele nach Bayreuth kommen. Auf dem Programm steht die Neuinszenierung der Oper „Tristan und Isolde“ in der Regie von Heiner Müller. Gorbatschow folgt einer Einladung von Oberbürgermeister Dieter Mronz, die von Bayerns Kulturminister Hans Zehetmair unterstützt wurde.

Eine umfangreiche Dokumentation unter dem Titel „Das Reichskriegsgericht und der Widerstand gegen die nationalsozialistische Herrschaft“ ist am Dienstag abend in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand an der Stauffenbergstraße in Berlin-Tiergarten eröffnet worden. Die Darstellung über die nationalsozialistischen Verfolgung politischer Straftaten – zwischen 1939 und 1945 verhängte das Reichskriegsgericht 1.200 Todesurteile – basiert auf Akten aus Prag, die erst im Frühjahr 1990 nach dem Umbruch in der Tschechoslowakei zugänglich wurden. Ausgestellt sind Originalunterlagen der wichtigsten Prozesse gegen deutsche Widerstandskämpfer, darunter auch die Feldurteile gegen die im Dezember 1943 zum Tode verurteilten Mitglieder der Gruppe „Rote Kapelle“ Harro Schulze-Boysen und Arvid Harnack. Dazu gehört auch eine Kopie des Ablehnungsbescheides Hitlers der Gnadengesuche von 17 zum Tode verurteilten Mitgliedern der „Roten Kapelle“. Außerdem ist umfassendes biographisches Material über die höchsten Richter und Staatsanwälte sowie eine Übersicht über die personelle Gliederung und Stellenbesetzung des Reichskriegsgerichtes zu sehen. Die Ausstellung ist noch bis zum 5. August geöffnet.

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