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Riskant? -betr.: "Wir zeigen Forgotten People", taz vom 11.9.1993

Betr.: „Wir zeigen Forgotten People“, taz vom 11. 9. 1993

Eure Interviews zur „Hammoniale“ und zu den dortigen Beiträgen aus dem Baltikum sind offenbar nicht von Leuten durchgesehen oder durchkorrigiert worden, die wenigsten ein bißchen Anhnung vom Thema haben. Da behauptet doch die Isabella Vertes tatsächlich, daß in den baltischen Ländern „sogar die eigene Sprache verboten war“.

Ihr glaubt wohl: Weil es die Sowjetunion nicht mehr gibt, kann man so ziemlich alles, auch alle möglichen Unwahrheiten, über das Land relativ gefahrlos zu Papier bringen.

In diesem konkreten Fall ist das jedoch recht riskant, denn es gibt genügend BundesbürgerInnen, die Städe wie Vilnius, Riga oder Tallin schon zu sowjetischer Zeit besucht haben, und die über solchen Unsinn nur wiehern können.

Tatsache ist: In den baltischen Sowjetrepubliken waren Litauisch, Littisch und Estnisch die Landessprachen, Russisch war nur Zweitsprache. Das Problem war (und daher rühren zum Teil die heutigen Animositäten gegenüber der russischen Minderheit): Von den im Baltikum lebenden Russen meinten viele, sie hätten es nicht nötig, die Landessprachen zu lernen, und sie wurden auch nicht dazu angehalten.

Hans-Joachim Meyer

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