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Probleme mit der Gentherapie

■ Freiburger Experimente verschoben

Basel (dpa) – Die Premiere für die erste Gentherapie Deutschlands verzögert sich. „Es gibt mehr Schwierigkeiten als ursprünglich vermutet“, sagt Professor Roland Mertelsmann von der Universität Freiburg, der im Frühjahr die Genehmigung für die Behandlung von Krebspatienten mit genetisch veränderten Zellen erhalten hatte. Obwohl Versuche mit Mäusen erfolgversprechende Ergebnisse brachten, ist das Freiburger Team noch nicht so weit, daß es mit der Behandlung von Menschen beginnen kann, so Mertelsmann auf dem 10. Internationalen Pressetag des Pharmakonzerns Roche in Basel.

Vorgesehen für die umstrittene Therapie sind Patienten mit Haut-, Nierenzell- und Dickdarmkrebs, denen mit anderen Methoden nicht mehr geholfen werden kann. Auf dem Weg dorthin hat Mertelsmann jetzt einen Zwischenschritt eingelegt: eine Art Impfung gegen den Tumor mit bestrahlten Hautzellen, die nicht genmanipuliert sind.

Die Patienten seien bereits ausgewählt, ihre Zellen vorbereitet. Dabei dient der Zwischenschritt nicht nur der Vorbeugung, auch von ihm sollen die Patienten direkt profitieren. „Vielleicht brauchen wir die Gentherapie gar nicht“, so Mertelsmann. Das bedeutet aber nicht, daß das Freiburger Team die Gentherapie schon abgeschrieben hat. Es prüft zur Zeit drei Methoden, um die Gene für den Botenstoff Interleukin in die Zellen der Patienten zu bringen. Im kommenden Jahr soll dann tatsächlich mit einer Gentherapie begonnen werden.

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