: Falsch wiedergegeben
■ betr.: „Opfer immer die Bittstel ler“, taz vom 5.1. 94
Die Frage, die ich an die Runde stellte, ist an der wichtigsten Stelle falsch wiedergegeben. Sie lautete: „Was kann ein Opfer nach einem rassistischen Überfall tun, um schnell effektive Hilfe zu bekommen?“ – Ich sprach absichtlich nicht von „ausländerfeindlichen“ Straftaten (richtiger wäre ausländerInnenfeindliche). Dies tat ich nicht, da ich schwarze Deutsche bin. Herr Nagel drückte dies aber so aus: „Die dunkelhäutige Frau mit deutschem Paß...“ Fakt ist: Ich bin Deutsche von Geburt an – mit binationalen Eltern. Zudem wurde ich nicht vor meiner Haustür zusammengeschlagen, wie Herr Nagel weiter ausführte, sondern zirka 50 Meter entfernt.
Auch das nächste Zitat ist so nicht richtig. Ich stellte fest, daß ich nach dem Überfall als deutsche Frau nicht wußte, an wen oder an welche Institution ich mich wenden sollte, und fragte dann: „Wenn ich als Deutsche nur mit Unterstützung und viel fragen und suchen schwerlich herausfinden kann, welche Schritte ich gehen muß, um Hilfe zu erhalten, wieviel schwerer muß es dann für einen Menschen sein, die/der nicht in diesem System aufgewachsen ist und vielleicht der deutschen Sprache nicht mächtig ist?“
Herr Nagel schrieb seinen Artikel noch dazu auf äußerst sexistische Art und Weise, da ein Drittel der anwesenden Personen Frauen waren. Ricky Reiser
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