piwik no script img

Gurke des Tages / Kopfgeld auf Mücken

Immer wieder fragen sich laienhafte Sportgucker vorm TV-Gerät: Was ist das eigentlich – mental? Oder: Wie motiviert er denn, der Trainer. Und: Was sehn wir da, wo das Spiel doch in Wahrheit im Kopf stattfindet? Nun bietet, passend zum heutigen Auftakt des Davis- Cup, Marc-Kevin Goellner Einblick ins sensible Verhältnis Athlet-Coach. Sagt dabei über Niki Pilic, der schon bei Boris Becker und Michael Stich den sportlichen Aufrüster machte: „Er ist kein richtiger Trainer. Er sagt mir beim Seitenwechsel: Du jetzt machen Break, dann du gewinnen Match.“ Na, was denn sonst, Goellner? So simpel ist das! Machen Break, gewinnen Match. Das müßte doch jeder Dösbaddel kapieren, wenn er sich auch mit der Baseballkappe das Hirn verdreht hat. Wozu große Worte machen, das hat schon Johnny Weissmüller gewußt: „Ich Tarzan, du Jane.“ Alles klar?! So einfach kann das Leben sein.

Kopfgeld auf Mücken

Dhaka (AP/taz) – Vor dem Rathaus in Rangpur in Bangladesch stehen die Menschen Schlange, um die Belohnung für eine besondere Beute zu kassieren: Für jeweils 500 tote Stechmücken erhalten sie 100 Takas (etwa 3,20 Mark). Sharfuddin Ahmed, Bürgermeister der 250 km nördlich von Dhaka gelegenen Stadt, meint: „Ich wußte, daß man über uns lachen wird.“ Doch die Verwaltung verfüge weder über Insektengift noch über irgendwelche anderen Vertilgungsmittel, um die Landplage bekämpfen zu können. „Ich bin mit dem Echo zufrieden“, sagt er nun, „doch ich mache mir Sorgen darüber, wie wir das Belohnungsgeld aufbringen.“ Täglich würden fast 20.000 tote Mücken abgeliefert. Der Student Abdul Mamun ist hoch erfreut über seine neue Freizeitbeschäftigung und erklärt: „Zunächst hat es mir Spaß gemacht. Aber jetzt verdiene ich Geld damit.“ Bangladesch gilt als eine Brutstätte der Mücken, die für eine alarmierende Zunahme der Malariaerkrankungen veranwortlich gemacht wird.

Eine Koalition, die was bewegt: taz.de und ihre Leser:innen

Unsere Community ermöglicht den freien Zugang für alle. Dies unterscheidet uns von anderen Nachrichtenseiten. Wir begreifen Journalismus nicht nur als Produkt, sondern auch als öffentliches Gut. Unsere Artikel sollen möglichst vielen Menschen zugutekommen. Mit unserer Berichterstattung versuchen wir das zu tun, was wir können: guten, engagierten Journalismus. Alle Schwerpunkte, Berichte und Hintergründe stellen wir dabei frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade jetzt müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Was uns noch unterscheidet: Unsere Leser:innen. Sie müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Es wäre ein schönes Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen