■ 70.000 Liter: Hunde-Urin: Tödlich für Pflanzen
Erregen die Häufchen der Hunde immer wieder die Gemüter, gerät nun auch noch ihr „kleines Geschäft“ ins Gerede. Nach Angaben von Hartmut Balder vom Berliner Pflanzenschutzamt bedeutet der Hunde-Urin immer mehr eine tödliche Gefahr für die Pflanzen. Immerhin läßt jeder der über 4,3 Millionen Hunde in der Bundesrepublik täglich im Durchschnitt 300 Gramm Kot und 0,7 Liter Urin auf Straßen und in Wäldern zurück. Das sind in einer Stadt wie Berlin mit rund 100.000 „Bellos“ nicht weniger als 30 Tonnen Kot und 70.000 Liter Harn.
Ein hauptstädtischer Baum wird nach Berechnungen des Pflanzenschutzamtes jährlich mit durchschnittlich zehn Litern „begossen“. Analysen ergaben, daß die „tierische Bewässerung“ hohe Mengen an Stickstoff, Kalium, Chlorid und Schwefel enthält. Zudem werden die Salzgehalte im Boden enorm erhöht. „All diese Faktoren bringen die gesamte Nährstoffversorgung der Pflanzen durcheinander“, erläutert Balder. Blattnekrosen – wie sie auch durch Salzlaugen im Winter ausgelöst werden – sind die Folge. Die im Urin enthaltenen Stoffe bewirken offensichtlich an der Oberfläche der Blätter den Zelltod. Gelangt der Urin in den Boden, schädigt er die Wurzel. Zunächst wird das Wachstum verlangsamt. Bei der Tomate konnten Einschnürungen des Stengels unmittelbar an der Bodenoberfläche beobachtet werden, dann brach die Pflanze völlig zusammen.
Bei jüngeren Bäumen wird die Rinde beschädigt, so daß holzzerstörende Pilze eindringen können. Besonders empfindlich sind Ahorn, Linde, Eberesche und Robinie. Daher wird in gefährdeten Regionen inzwischen ein Baumartenwechsel vorgenommen. Marion Schierz (ADN)
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