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ifo: Breiter Aufschwung

■ Ein paar Arbeitsplätze gibt's auch

Dresden (AFP) – Die deutsche Wirtschaft wird nach einer Konjunkturanalyse des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo) in diesem Jahr um zwei Prozent und 1995 um weitere drei Prozent wachsen. Der Aufschwung gewinne an Breite und Tempo, heißt es in der Sommerprognose, die ifo-Präsident Karl Heinrich Oppenländer gestern in Dresden vorstellte. Der Arbeitsmarkt hänge allerdings hinter der Entwicklung zurück. Der bisherige Rückgang der Beschäftigtenzahlen werde ab dem kommenden Jahr auslaufen. In ganz Deutschland werde es dann mehr Neueinstellungen als Entlassungen geben.

Im Westen ist laut ifo der steigende Export als „Konjunkturmotor“ anzusehen, im Osten dagegen die Bauwirtschaft. Der wirtschaftliche Aufholprozeß in den neuen Bundesländern habe sich „merklich beschleunigt“. Impulse gingen in beiden Teilen Deutschlands zunehmend von Investitionen aus. So werde das Bruttoinlandsprodukt in den neuen Bundesländern in diesem wie im kommenden Jahr voraussichtlich um jeweils acht bis neun Prozent wachsen. Sorgen bereite dagegen die stagnierende private Nachfrage.

Trotz eines deutlich gesunkenen Defizits habe die deutsche Finanzpolitik das Prädikat „gut“ nicht verdient, sagte ifo-Finanzexperte Gernot Nerb. Die erfolgreiche Wende auf diesem Gebiet sei mit einer hohen Abgabenbelastung erkauft worden. Die für 1996 geplante Reform der Einkommensteuer solle genutzt werden, „um die Belastungen deutlich herunterzufahren“, forderte Nerb. Laut Prognose wird es bis Ende 1995 in Westdeutschland 150.000 mehr Neueinstellungen als Entlassungen geben und in Ostdeutschland ein Plus von 70.000. Trotzdem werde die „Arbeitslosigkeit ein zentrales Problem bleiben“, warnten die ifo-Forscher. In Westdeutschland rechnen die Forscher für 1994 und 1995 mit einer Arbeitslosenquote von 8,4 Prozent.

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