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Kein Mainstream

■ Das Hamburger KinderKino-Festival zeigt unbekannte Kinderfilme

Die Schildbürger kennt jeder. Aber wer kennt schon die Schelme aus Schelm? Dabei sind die Bewohner des jiddischen Dorfes mindestens genauso dumm und tolpatschig wie die Toren aus dem bekannten Märchen. Jetzt gibt es die Geschichte der Schelme als Zeichentrickfilm – und die Europa- Premiere dieser aufwendigsten Trickfilmproduktion der letzten Jahre findet am Samstag auf dem Hamburger KinderKino-Festival statt. Noch bis zum Sonntag gibt es auf dieser Parallel-Veranstaltung zum Filmfest acht neue Kinderfilme zu sehen, die bisher noch nie in Deutschland gezeigt wurden.

„Wir wollen gute und unterhaltende Kinderfilme zeigen, die sich durch individuelle Machart vom Disney-Mainstream abheben“, erklärt Bjoern Zielaskowsky vom Organisationsteam, „deshalb versuchen wir, Filme aus ganz unterschiedlichen Kulturkreisen zu zeigen.“ Zum Beispiel aus Burkina Faso. Keita heißt der Film von Dani Kouyate, der eine alte Legende von Büffelfrauen und Steppenkönigen erzählt. Da eine Synchron-Fassung viel zu teuer wäre, wird die Originalversion gezeigt und der deutsche Text live eingesprochen.

Einen Blick hinter die Kulissen einer großen chinesischen Musiktradition wirft Sun Yongtians Film Ein Leben für die Pekingoper. Er berichtet von zwei Opernschülern, die durch einen uralten Familienkonflikt miteinander verfeindet sind, sich aber schließlich – Happy End muß sein – aus Liebe zu der durch die Kulturrevolution bekämpfte Kunstform versöhnen.

Einen weiteren regionalen Schwerpunkt bilden die beiden skandinavischen Produktionen: Unpathetisch und mit viel Humor setzt sich der norwegische Film Kalle und die Engel mit den Gefühlen eines Jungen nach dem Tod seines Vaters auseinander, schildert seine Phantasien von einem Leben über den Wolken und einem abgestürzten Engel im Garten.

Alle Filmvorführungen werden von einem Betreuerteam mit den Kindern nachbereitet. Am Samstag startet dann um 15 Uhr das große Kinderfest in den Zeisehallen. Dort gibt es nicht nur Spiel und Spaß, sondern auch ein richtiges Kinderkinomuseum, wo viele optische Tricks und ein Original-Daumenkino gezeigt werden.

Oliver Fischer

Infos unter Tel.: 351798

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