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Unterm Strich

In England ist ein Preiskrieg unter den Verlagen abzusehen. Drei namhafte Häuser, Harper Collins, Random House und Penguin, haben angekündigt, daß sie sich ab dem 1. Oktober nicht mehr an die Preisabsprache des Net Book Agreement halten werden, die seit dem Beginn des Jahrhunderts eine Minimalgrenze der Buchpreise diktierte und somit das Verramschen und Unterbieten behinderte. Wichtig war diese Regelung vor allem für die kleinen Verlage und die unabhängigen Buchläden, die sich jetzt einer Killerkonkurrenz von seiten der großen Verlage, Supermärkte und Buchhandelsketten ausgesetzt sehen könnten.

Die Kritik am „Kruzifix-Urteil“ ist nach Auffassung der Volkskundlerin Christine Aka (Münster) ein Protest gegen die Verweltlichung der Gesellschaft. Dieser Verlust religiöser Grundlagen habe beim einzelnen begonnen, der eigentliche Abschied von christlichen Symbolen finde zu Hause statt, sagte Aka am Donnerstag abend beim 30. Deutschen Volkskundekongreß in Karlsruhe. Bei jungen Menschen fänden sich kaum noch religiöse Gegenstände in Wohnräumen, sondern lagerten auf dem Dachboden. Wir halten das für eine Fehleinschätzung, und laden Frau Aka hiermit herzlich ein, mal bei uns zu Hause vorbeizuschauen, um sich unsere Robby-Williams-Poster zu begucken. Niemals werden die auf dem Dachboden landen, das schwören wir beim Dreitagebart des Propheten!

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