: Für Joachim Grawe, den Cheflobbyisten der deutschen Stromkonzerne, war der SuperGAU in Tschernobyl kein besonderer Unfall in der Geschichte der Technik. Für die Allgäuer Birgit und Christoph Ketterle war er hingegen Grund genug, nach La Pal
Für Joachim Grawe, den
Cheflobbyisten der deutschen
Stromkonzerne, war der SuperGAU
in Tschernobyl kein besonderer Unfall
in der Geschichte der Technik. Für die Allgäuer Birgit und Christoph Ketterle war er hingegen Grund genug, nach La Palma zu flüchten, um ihrer Tochter eine gesunde Zukunft zu geben. Tschernobyl hat ihr Leben umgekrempelt. Wie
genau, das lesen Sie auf Seite 20.
Außerdem sprachen wir mit Ljubomir Schindarow. Er hatte den Menschen in Bulgarien 1986 erzählt, alles sei
halb so schlimm. Jetzt wurde der Ex-Funktionär dafür zu zwei Jahren Haft verurteilt. Wladimir Ussatenko und
Juri Sergejew versuchen mit Tricks und Schlichen in Tschernobyl den Wahnsinn des Weiterbetriebs zu stoppen.
Sergejew bekennt: „Ich war ein glühender Atomschtschik – vor der Katastrophe“ – auf den Seiten 18 und 19.
Manche, die wir in den besonders verstrahlten Gebieten trafen, kämpfen nicht, sie wollen nur in Ruhe weiterleben. Sonja deckt den Käsekuchen auf mit
dem Rahm ihrer schwarzbunten Kuh „Kleine Nacht“. Ihr Hof ist teilweise mit einer Million Becquerel pro Quadratmeter belastet. Und doch erinnern hier nur noch die
Halsnarben der zahlreichen Schilddrüsenoperationen an die andauernde Katastrophe. Mehr über die menschliche Dimension des Schreckens erfahren Sie auf den folgenden Seiten. Info-Termine finden Sie in den Randspalten der Beilage. Wir wissen von Hunderten Veranstaltungen, doch die haben leider nicht alle Platz gefunden.
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