: Architekturpreis des BDA – der Katalog
Noch läuft sie, die Ausstellung der Hamburger Gewinner des Architekturpreises des BDA (bis nächsten Freitag, Fleethof, Stadthausbrücke 1). Doch wer sie verpassen sollte, dem hilft der Katalog. Das schmale, taubenblaue Bändchen versammelt die fünf ersten Preisträger, die dreizehn lobenden Erwähnungen und die 67 weiteren Einreichungen mit Fotos und (in den ersten beiden Rängen) mit kurzen Begründungen der Jury.
Der Gesamteindruck, den der Katalog wie die Ausstellung hinterlassen, ist, daß in Hamburg ordentlich und solide gebaut wird – wie die auswärtigen Juroren vielleicht mit Recht meinen, auf einem weit höheren Durchschnittsniveau als in anderen Städten –, daß aber doch jene Akzente zu selten sind, über die der französische Architekt Dominique Perrault so treffend gesagt hat: „Ein schönes Gebäude ist nicht in die Stadt integriert, sondern integriert die Stadt.“
Das verrückte, absurde, berauschte, nervöse, provozierend oder beeindruckend Schöne will sich hier einfach nicht durchsetzen. Der ästhetische Glücksmoment ist das fehlende Parameter auf Hamburgs Grund. Der Streit, ob die Stadt diesen Mut zur Selbstdarstellung will, braucht und verträgt, läßt sich zu diesem Anlaß wieder trefflich führen. Vor einem hohen architektonischen Durchschnittsniveau geht das umso besser. tlb
BDA Hamburg Architektur Preis 1996; Dölling & Galitz Verlag, 107 S., 39,80 Mark
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