: K.o. für den König
■ Schach: Neuer WM-Modus bevorzugt Karpow. Da mag Kasparow nicht mittun
Berlin (dpa) – Die erste Schach-WM im K.o.-System soll am 8. Dezember mit 100 Teilnehmern im niederländischen Groningen beginnen und mit einem Finale über sechs Partien in der ersten Januarwoche 1998 in Lausanne enden. Laut Beschluß des jüngsten Kongresses der Internationalen Schach-Föderation Fide in Kischinjow (Moldawien) hat der russische Titelverteidiger Anatoli Karpow für das Finale einen Freiplatz erhalten. Noch hält sich die Fide bedeckt, wer denn den WM- Preisfonds von fünf Millionen Dollar aufbringen soll.
Ursprünglich waren Karpow (46) und sein Landsmann Garri Kasparow (34), Weltmeister der Profi-Organisation PCA, für das Halbfinale gesetzt. Kasparow hat jedoch in einem offenen Brief an IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch seinen Verzicht erklärt.
Fide-Präsident Kirsan Iljumschinow, nebenbei auch Präsident der russischen Republik Kalmückien, will das Turnier alljährlich ausrichten lassen. Schon jetzt allerdings mosern die Großmeisterkollegen über die Sonderbedingungen für Karpow. Während Karpow ausgeruht ans Brett geht, hat der Herausforderer bereits eine Drei- Wochen-Tortur hinter sich.
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