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Unterm Strich

Auf der Frankfurter Buchmesse haben insgesamt 287.000 Besucher die Kojen und Stände der Verlage umsäumt. Das entsprach den Erwartungen, unterschritt aber die Besucherzahl des Vorjahres. Dazu passen die Erhebungen des Statistischen Bundesamtes, das herausgefunden hat, daß ein Vierpersonenhaushalt von Arbeitern und Angestellten mit mittlerem Einkommen im früheren Bundesgebiet 1996 durchschnittlich 355 Mark für Bücher und Broschüren ausgegeben hat. Das meiste, etwa 70 Prozent, entfiel davon auf Unterhaltungs- und Hobbyliteratur. Ostdeutsche Haushalte gaben im gleichen Zeitraum 290 Mark aus, aber davon nur 53 Prozent für Unterhaltung. 44 Prozent entfielen auf Schul-, Lehr- und Fachbücher. Wer mehr verdient, der gibt auch mehr für Bücher aus.

Christoph Schlingensief will weitermachen. Das Hilfsprojekt „Passion Impossible – 7 Tage Notruf für Deutschland“ könne jetzt nicht einfach zu Ende gehen. „Wir sind in der Pflicht, den Menschen, die am Hauptbahnhof ihr Leben fristen, einen Raum und eine Plattform zu geben“, sagte Schlingensief. Wie am Montag berichtet, setzte sich Schlingensief im Auftrag des am Hamburger Hauptbahnhof gelegenen Schauspielhauses seit Donnerstag letzter Woche künstlerisch mit dem sozialen Elend, Prostitution und Kriminalität im Bahnhofsviertel auseinander. Die Arbeit in der „Bahnhofsmission“, die täglich von 12 Uhr bis Mitternacht geöffnet ist und performanceähnlich Aktionen in der Stadt sowie allabendliche Versammlungen umfaßt, sei sehr anstrengend. „Wir fangen an, uns an das Umfeld zu assimilieren“, sagte Schlingensief. Das blieb nicht ohne Folgen und wurde ziemlich wirklichkeitsnah umgesetzt. Der Schauspieler Bernhard Schütz war am Sonnabend mit einer Kolik zusammengebrochen und mußte ins Krankenhaus eingeliefert werden.

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