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Unterm Strich

Der amerikanische Bildhauer Richard Serra und der Architekt Peter Eisenman sind eingeknickt. Sie haben sich bereit erklärt, ihren Entwurf für das geplante Holocaust-Denkmal in Berlin zu überarbeiten. Dabei geht es unter anderem um einen „sanfteren Übergang“ vom Denkmalsgelände zur Straßenseite und gegebenenfalls um eine etwas kleinere Dimensionierung ihres Labyrinths aus 4.000 Betonpfeilern. Entsprechende Anregungen hatte Bundeskanzler Helmut Kohl bei einem Besuch der Ausstellung der Denkmalentwürfe gegeben. Ein wenig erinnert das Procedere an die Zugeständnisse, die der Architekt Norman Foster bei der Reichstagskuppel gemacht hatte, um schließlich sein Bauvorhaben mit dem Segen des Kanzlers realisieren zu können. Der Sinneswandel der beiden Künstler soll allerdings das Ergebnis eines Treffens mit den Auslobern des Wettbewerbs für ein Holocaust-Mahnmal in Berlin gewesen sein, erklärte ein Sprecher der Berliner Kulturverwaltung der dpa.

Prinz Charles will eine Ehrung des Science-fiction- Schriftstellers Arthur C. Clarke davon abhängig machen, ob sich der 80 Jahre alte Autor von Berichten über seine pädophilen Neigungen distanziert. Wie die Times am Montag meldete, fordern britische Diplomaten in Sri Lanka, wo Clarke lebt, ein „kategorisches Dementi“. Der Autor sollte am Mittwoch anläßlich eines Besuchs von Prinz Charles in Sri Lanka in den Ritterstand erhoben werden. Clarke ist Verfasser von 80 Büchern über die Weltraumfahrt und Drehbuchautor für Stanley Kubricks Filmklassiker „2001: Odyssee im Weltraum“. Er soll nach Angaben der britischen Boulevardzeitung Sunday Mirror zugegeben haben, für „Sex mit jungen Boys Geld bezahlt zu haben“. Über Freunde in England ließ Clarke erklären, die „verletzenden Anschuldigungen“ gegen ihn seien unwahr. Vielmehr sei Clarke, der schon 15 Jahre an einen Rollstuhl gefesselt ist, seit 20 Jahren nicht mehr „sexuell aktiv“ gewesen.

Sandra Nettelbeck ist für ihren Film „Mammamia“ mit dem diesjährigen Max-Ophüls-Preis ausgezeichnet worden. Der mit 60.000 Mark dotierte Preis wird für den besten deutschsprachigen Nachwuchsfilm vergeben. Die 31jährige Hamburger Regisseurin erhielt für ihre ZDF-Produktion einer Mutter-Tochter-Geschichte mit Senta Berger und Christiane Paul auch den erstmals vergebenen Drehbuchpreis des Saarländischen Rundfunks in Höhe von 10.000 Mark.

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