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Armageddon – Das jüngste Gericht

■ USA 1998, Regie: Michael Bay; mit Bruce Willis, Liv Tyler u.a.; 150 Min.

Ein Asteroid, so groß wie der Bundesstaat Texas, rast mit einer Geschwindigkeit von 36.000 km/h auf die Erde zu und wird in spätestens 18 Tagen den Untergang unseres Planeten besiegeln. Auweia! Da braucht man schon eine sehr gute Idee, wenn man weiterleben möchte. Zum Beispiel ein Himmelfahrtskommando, das dem Asteroiden in mehreren Spaceshuttles entgegenfliegt und den Killer durch einen in seinem Inneren versenkten atomaren Sprengsatz zum Explodieren bringt... Die Idee ist natürlich geklaut. Bloß „Deep Impact“ hatte keinen Bruce Willis. Der spielt hier den vor Sarkasmus triefenden Harry S. Stamper, einen Experten für Öl-Tiefbohrungen. Sein Hobby ist es, Greenpeace- Schiffe mit Golfbällen abzuschießen. Die Nasa wird aufmerksam und heuert ihn und seine Crew (darunter Will-Hunting-Freund Ben Affleck und Hollywood-Lieblingsfreak Steve Buscemi) an, um mal eben die Welt zu retten. Schnell ein Intensivkurs in Raumfahrerei und ab – Bruce in Space. Und die Jungs sind nicht zimperlich. Bei einem Tankstopp an der Mir hat für die russische Raumstation endgültig das letzte Stündlein geschlagen. Egal. Bruce hat einen Job zu erledigen... Als „Das dreckige Dutzend“ im Weltall beschreibt Erfolgsproduzent Jerry Bruckheimer sein neues Spektakel. Das ist ein bißchen frech, denn Regisseur Michael Bay („The Rock“) kommt an Robert Aldrich nicht heran. Trotzdem, „Armageddon“ ist ein toller Actionfilm, der sich selbst keine Sekunde ernst nimmt. Ein typisches Produkt der 90er: haufenweise Spezialeffekte, total überzeichnete Superhelden, schnelle Schnitte und jede Menge Witz. „Weltuntergang für die ganze Familie“, freut sich Der Spiegel, und auch wir geben 99 Punkte für Bruckheimers Space Rock.

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