: Unterm Strich
„Ein Golfschläger für Haneke“ lautete vor gut einem Jahr die Überschrift in der taz zu der Besprechung von Michael Hanekes Film „Funny Games“, der die Kritikerin seinerzeit wegen seines „Sadismus aus moralischer Überlegenheit“ zu begründeten Zornesausbrüchen reizte. Nun gab es keinen Golfschläger, sondern den Konrad Wolf-Preis der Akademie der Künste, 10.000 Mark Preisgeld inklusive. So einmütig wie im vergangenen Jahr, als Literaturverfilmer Volker Schlöndorff den Preis erhalten hatte, ging's diesmal in der Jury nicht zu. Von den drei Juroren Jutta Wachowiak, Thomas Langhoff und Joachim Herz enthielt sich letzterer der Stimme. Am 18. Oktober wird der Preis feierlich übergeben.
Das Berliner Ensemble wird möglicherweise doch das Haus am Schiffbauerdamm verlassen müssen. Wie Berlins Kulturstaatssekretär Lutz von Pufendorf am Mittwoch bestätigte, ist der Mietvertrag noch nicht unterschrieben. Der Senat habe die BE-GmbH gebeten, die Verhandlungen mit der Freien Volksbühne wieder aufzunehmen. Rolf Hochhuth als Geschäftsführer der Ilse-Holzapfel-Stiftung, die das Gebäude am Schiffbauerdamm besitzt, stelle immer wieder neue Forderungen und versuche, in die künstlerische Autonomie des Theaters einzugreifen. „Wir haben die Geduld verloren. Wir lassen uns auf keine Erpressung mehr ein“, sagte von Pufendorf. Wenn es nicht anders gehe, werde das BE ein anderes Theater beziehen. „Traumatisch“ ziehe sich wie ein roter Faden Hochhuths Forderung durch die Verhandlungen, daß sein „Stellvertreter“ immer wieder aufs neue aufgeführt werden muß. Hochhuth sei aber bis heute nicht in der Lage, dazu „auch nur irgendeine konkrete Vorstellung zu entwickeln“, kritisierte von Pufendorf. Bereits vor rund einem Jahr war ein Umzug des BE in die Freie Volksbühne diskutiert, dann aber doch verworfen worden.
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