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Berufsalltag der Journalisten

betr.: „Sind Lehrer faule Säcke?“, taz vom 13. 4. 00

[...] Ich habe recht genaue Vorstellungen vom Berufsalltag der Journalisten: Sie sitzen im Büro, im Café, in der Kneipe oder in der taz-Kantine, die Beine auf dem Tisch, rauchen, trinken Kaffee, lesen Zeitung und irgendwelche Zeitschriften und schwätzen rum. Oder sie treiben sich auf irgendwelchen Empfängen herum oder warten Stunde um Stunde, um zu beobachten, wie Herr Kohl sein Haus verlässt und ins Auto steigt. Dann schreiben sie in der Woche über derlei Dinge vielleicht zwei, drei eigene Artikelchen. Wenn’s hoch kommt und sie nicht bescheuert sind (also keinen Kreativitätsstau haben und ideenlos am Bleistift kauen), haben also eine Wochenarbeitszeit von vielleicht sechs Stunden. Dann gibt’s da natürlich noch die, die sich die Spiele von Hertha ansehen oder zwei Wochen nach Wimbledon reisen und das als Arbeit ausgeben. Und schließlich gibt’s da noch den Yuppie-Redakteur, der nach Grönland zum Eis-Golfen jettet (oder war’s Schnee-Golfen?), anschließend den Playboy liest und dann einen echt spannenden Artikel über den Playboy-Artikel und das Golfturnier schreibt. [...]

HARTWIG BÖTTCHER-KREFT, Berlin

Den Kern dieser Frage und das Dilemma der Schule hat der Deutsch-Schotte John Henry Mackay (1864 – 1933) schon vor 100 Jahren sehr treffend benannt: „Die Schule sollte nur drei Parteien angehen: die Eltern, die Lehrer und vor allem die Kinder selbst. Aber ein Vierter mischt sich ein, der Staat, indem er sich die Aufsicht über sie anmaßt. Warum? – Weil er sich Untertanen erziehen will statt selbstständig denkender Menschen, die ihm eines Tages gefährlich werden könnten. Arme Lehrer, die nicht lehren; arme Kinder, die nicht lernen dürfen, was sie lehren und lernen möchten.“ Heute so aktuell wie vor hundert Jahren, und genau da liegt das Problem unserer „Lehranstalten“. PETER BECK, Murrhardt

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