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Der Zauber von Malena

Italien/USA 2000, Regie: Giuseppe Tornatore; mit Monica Bellucci, Giuseppe Sulfaro u.a.; 100 Min.

Giuseppe Tornatore, der große Nostalgiker des italienischen Kinos (“Cinema Paradiso“), erzählt die Geschichte des Erwachsenwerdens eines Jungen im Italien des Faschismus und die Tragödie einer jungen Frau, die für ihre Schönheit bezahlen muss.

In der sizilianischen Kleinstadt Castelcuto drehen Anfang der 40er-Jahre die Männer jeden Alters regelmäßig durch, wenn Malena Scordia durch die Straßen geht, denn dieser Mischung aus natürlicher Schönheit und schweigender Unnahbarkeit kann man einfach nur mit offenem Mund hinterherstarren und danach still oder laut Leiden. Die in jedermanns Köpfen herumspukenden erotischen Fantasien werden noch angeheizt durch die Tatsache, dass Malena zwar verheiratet ist, ihr Mann aber als Soldat in Afrika kämpft. Für den 13-jährigen Renato ist die Schöne aber mehr als ein Lustobjekt, er verehrt sie wie eine Göttin - für seine Eltern eine „perverse“ Obsession, von der sie ihn mit Hilfe eines Priesters, eines Exorzisten und schließlich sogar einer Prostituierten heilen wollen. Dabei ist Malena eine tragische Gestalt, die nach der fälschlichen Nachricht vom Tod ihres Mannes als Hure beschimpft und aus der Stadt getrieben wird. Als ihr Mann dann schließlich aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrt, kann nur Renato helfen ... Schöner Rückblick zwischen Wehmut, Komik und Verklärung. Wunderbar das wohl dosierte Spiel von Monica Bellucci, Italiens neuem Superstar.

Blauer Stern Pankow, Cinema Paris (auch OmU), CinemaxX Colosseum, CinemaxX Potsdamer Platz, CineStar im Sony Center, Kino Kulturbrauerei, Passage

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