: Maulkorberlass
LUDWIGSHAFEN taz/afp ■ In der Debatte um die Präimplantationsdiagnostik (PID) hat Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) auf die Rechtswidrigkeit der Vermittlung von Patientinnen an Ärzte im Ausland hingewiesen. Der Berliner Tagesspiegel zitierte aus einem Brief der Ministerin an einen Stuttgarter Humangenetiker, wonach ein Arzt, der eine solche Vermittlung übernehme, „eine nach deutschem Recht strafbare Handlung“ unterstütze. In Ärztekreisen stößt das Schreiben auf Unverständnis und wird als „Maulkorberlass“ betrachtet.
Auf dem gestern zu Ende gegangenen Deutschen Ärztetag in Ludwigshafen forderte die Ärzteschaft vom Gesetzgeber klare rechtliche Regelungen in der Frage der PID. Aufgrund der unklaren Rechtslage würden sich die deutschen Ärzte häufig dazu gedrängt sehen, Rat suchende Paare in einer Konfliktsituation auf eine Behandlung im Ausland hinzuweisen. RL
Mit reinem Gewissen wissen
Auf taz.de finden Sie eine unabhängige, progressive Stimme. Frei zugänglich, ermöglicht von unserer Community. Alle Informationen auf unserer Webseite sind kostenlos verfügbar. Wer es sich aber leisten kann, darf – ganz im Zeichen des heutigen "Tags des guten Gewissens" – einen kleinen Beitrag leisten. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter, kritischer Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen