■ Toter Salon: Dreimal die Wahrheit
Aus aktuellem Anlass heute mal ein bisschen Wahrheit auf den Bremer taz-Seiten. Wobei der aktuelle Anlass ausnahmsweise nicht die Anschläge auf die USA und noch nicht mal der Tag der deutschen Einheit sind, sondern der Besuch dreier Bundestaz-Wahrheitsschreiber in dieser Stadt. Gleichwohl werden auch Horst Tomayer, Gerhard Henschel und Rayk Wieland nicht umhinkommen, ihren Senf zu den sogenannten aktuellen Geschehnissen dazuzugeben, weswegen Tomeyer schon im Vorfeld ordentlich auf die Tube gedrückt hat:
Erklärung der Drei zum 11.9
Seit dem 11. September soll alles nicht mehr so sein, wie es mal war? Nun das spricht sich so leichten Sinnes dahin. Aber ein Blick in die Menschheitsgeschichte zeigt, dass trotz gravierender Zeitzäsuren jeweils alles so blieb wie es war; das gilt nicht nur für den 17. Februar (6743 v.u. Zeitrechnung) als Rigobert von Allgemein das Rad erfunden hatte und die Hosenträger am Tag danach genau so viel kosteten wie am Tag davor, nämlich 14 barabureische Lewonzen, sondern auch für den 24.11. (4709 v.u. Zeitrechnung), als die Sonne still -stand im Grödnertal und der Mond sich nicht rührte und ruckte überm Kälberpass. Unbeeinträchtigt hiervon fuhren die Erdenbewohner fort mit dem, worin sie bisher so glänzend reüssierten: Frömmigkeit und Augenausstechen ohne örtliche Betäubung. Was den 11. September so singulär macht, das ist, dass er der Geburtstag von Papst Oskar (Panizzo) ist, der einmal zu einem Radfahrer in der Paul-Heyse-Unterführung zu München auf Anfrage sagte:
Die Menschheit ist eine Mischpoke aus Kombattanten inklusive Neffen, Nichten und Tanten.
Tomeyer, Henschel und Wieland lesen morgen Abend um 20 Uhr im Rahmen des „Toten Salons“ im Kulturzentrum Schlachthof
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