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Kritische Zeitung muss nicht zahlen

MOSKAU dpa ■ Die russische Meschprom-Bank hat der wegen Geschäftsschädigung verurteilten Moskauer Zeitung Nowaja Gaseta die ruinöse Geldstrafe von 500.000 Euro erlassen. Die Bank erklärte gestern, sie wolle „keinen gefährlichen Präzedenzfall für die Freiheit des Wortes schaffen“ und lasse die Strafe deshalb nicht vollstrecken, meldete die Nachrichtenagentur Interfax. Eine Zahlung hätte die Zeitung in den sofortigen Bankrott getrieben. Die Nowaja Gaseta ist für ihre kritische Berichterstattung bekannt. Grund für die Verurteilung war ein Bericht der Zeitung, die Meschprom-Bank sei im Februar 2002 in Fälle von Geldwäsche verwickelt gewesen. Daraufhin hatte die Bank vor Gericht den Schadenersatz von 500.000 Euro wegen Geschäftsschädigung durchgesetzt. In der russischen Öffentlichkeit war der Prozess als ein weiterer Versuch gewertet worden, die kritischen Medien in Russland zu knebeln.

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