• 11.10.2009

Zwangsouting via Facebook

Verdächtige Freunde

US-Forscher behaupten in der Studie "Gaydar", dass Facebook Schwule outen kann. Wertet man die Freundesliste aus, lässt sich die sexuelle Orientierung erschreckend genau voraussagen.von Thomas Salter

  • 15.10.2009 11:47 Uhr

    von Nick Name:

    Liebe Leute,

    offensichtlich verstehen, die meisten hier gar nicht den Sinn des Artikels.
    Ja, die statistische Auswertung ist absurd, es ist aber unerheblich, dass IHR nicht daran glaubt, solange es diejenigen tun, die das für welche Zwecke auch immer nutzen.
    Das ist nur die Spitze des Eisbergs, weil die Jungs ihre Theorie wenigstens veröffentlichen. Was glaubt ihr aber, wie viele solche Maßnahmen bereits einsetzen und es NICHT reflektieren?
    DAS ist das eigentliche Problem.


    Liebe Grüße aus der Schwulenhauptstadt Köln,
    Nick

  • 13.10.2009 23:30 Uhr

    von Daniel:

    Ich lag schon wieder falsch. Dieses Zahlenspiel um schwule User ist ja nur ein Beispiel für die Möglichkeit, aus personenbezogenen Daten allerlei angebliche Tendenzen abzuleiten und dies zu vermarkten. Daher gibt es vielleicht einen Erkenntnisgewinn, im Hinblick auf die schutzwürdigkeit personenbezogener Daten.

  • 13.10.2009 11:01 Uhr

    von Daniel:

    Die Korrektur wurde zwar veröffentlicht, nicht aber der zu korrigierende Beitrag. Hier...

    Nochmal die Arbeitsweise des Programms:
    Es zählt die m als "schwul" markierten unter den n Freunden eines Users u und schließt:

    m/n > 1,89% => u ist wahrscheinlich schwul. ( p("u ist schwul") > 0,5 )

    Mit dieser Bierdeckelrechnung ist jeder, der pro 52,9 Freunden einen "schwul" markierten hat, "wahrscheinlich schwul". Oder wenn nur einer von bis zu 52 wechselseitigen Freunden sich "schwul" markiert, sind alle "wahrscheinlich schwul".

    Vermutlich ist der Wert 1,89 so gewählt, dass die 20 bekannten "tatsächlich schwulen" User ins Muster passen, und nicht ("Und siehe da") umgekehrt. Oder so, dass ein bestimmtes Verhältnis von Schwulen zu Nichtschwulen erzielt wird.

    Müßig, zu erwähnen, dass es hier von unscharfen Begriffen nur so wimmelt. Würde mich wundern, wenn das jemand anders sieht. Nimmt man alles zusammen, ist der Erkenntnisgewinn durch diese Studie ungefähr null. (taz: "Klartext: Es bleibt Getratsche.")

    Das ist auch nicht weiter tragisch. An den Unis soll man gerne alles Mögliche und Unmögliche erforschen und studieren (und gern auch mit mehr öffentlichen Geldern). Aber wer setzt solche Null-Meldungen in die Welt, das würde mich mal interessieren. Am MIT arbeiten doch noch ganz andere Kapazitäten.

  • 13.10.2009 09:03 Uhr

    von Mastin:

    1.89% Das macht jeden, der einen bekennenden Schwulen kennt UND nich mindestens 52 Heteros auch zu einem Schwulen. Wehe dem, der ein Schwules Paar im Freudeskeis hat.... Ist der Prozentsatz wirklich richtig ?

  • 13.10.2009 06:40 Uhr

    von MTK:

    Für diejenigen, die den Artikel lächerlich finden: In meinem WI-Studium war Statistik, Stochastik ein wichtiges Prüfungsfach... Um jemanden nciht einzustellen, befördern, etc reicht manchem Chef sicher ein hinreichender Verdacht. Analog lässt sich ja fragen: Ist das wohl ein Grüner, Atomkraftgegner, Dalai-Lama-Anhänger, WOW-Zocker, Sudetendeutscher, ...
    Man braucht nur das richtige statistische Testverfahren. Ob die Vermutung wirklich wahr ist, bleibt letzten Endes egal.
    Wobei mir die zitieten 1,89 % sehr klein vorkommen. Da fehlt m.E. mindestens noch die Angabe einer Mindestgröße der Freundesliste. Die Diskussion der Werte oder Vefahren halte ich aber auch für nachrangig. Wichtig ist: Alles, was man veröffentlicht, kann irgendwann gegen Einen verwendet werden - im Netz besonders leicht.

  • 13.10.2009 01:15 Uhr

    von Daniel:

    "Arbeitgeber können Jobbewerber im Netz auf vermeintliche Gesinnung oder Sexualität prüfen und entscheiden darüber, ob sie für die Firma geeignet sind."

    Da hat aber mal wieder jemand extrem Ahnung von den gefährlichen sozialen Netzwerken. Gerade im Facebook (im Gegensatz zum StudiVZ beispielsweise) sind fast alle Profile Fremden gegenüber verschlossen. Und auch die Anzeige der Freunde für Nicht-Kontakte lässt sich ausschalten... Wie fast immer bei "Gefahr" im Leben ist das Ganze nur eine Frage des qualifizierten Umgangs mit den Dingen - und was ist daran nun die erschreckende Nachricht? Und vor allem: Was ist neu daran?

  • 12.10.2009 22:17 Uhr

    von Laura:

    Es wurde eine Besonderheit im Verhalten der Internet-Community übersehen: "Freunde" bei Facebook müssen keine echten Freunde sein! Man kann sich einmal im Leben getroffen haben und trotzdem bei Facebook "befreundet" sein. Man kann auch die einzige Person im realen Freundeskreis sein, die überhaupt Facebook nutzt!
    Die Art der Vorgehensweise bei der Erhebung der Daten hakt also leider. Kömisch, dass das Wissenschaftler nicht gesehen haben....

  • 12.10.2009 20:16 Uhr

    von Daniel:

    korrigiere: m/n > 1,89% => u ist wahrscheinlich schwul.

  • 12.10.2009 19:41 Uhr

    von Barbie aus Berlin:

    ...und bei gayromeo sind es noch viel mehr....

    ...sonst nichts wichtiges zu tun?

  • 12.10.2009 18:56 Uhr

    von Jones:

    Hmmm... meine MySpace-Freunde sind zu 50% männlich... davon sind ca. 50% schwarz... das heißt - ich bin ein viertelschwarzer Zwitter?

    Soviel zum Thema Statistik.

  • 12.10.2009 18:28 Uhr

    von Tanja:

    Facebook hilft den Menschen sich über ihre sexuelle Orientierung klarzuwerden. Herrlich! Früher, in dunklen und längst vergangenen Zeiten, musste man das noch selbst machen.

  • 12.10.2009 16:36 Uhr

    von roob:

    Der Beitrag hätte eigentlich auf die Seite "Wahrheit" gehört. Die pure Satire.

  • 12.10.2009 11:08 Uhr

    von SirPopper:

    Statistik ist modernes Voodoo!

  • 12.10.2009 11:01 Uhr

    von muellerIhr Name:

    Das sind die Netzwerkeffekte, die da durchschalgen, dazu ein etter Artikel
    http://www.oliveira-online.net/wordpress/index.php/2009/09/22/uber-netzwerke-und-peer-groups/

    Das heißt es, dass die Peer-Gruppe eine besondere Rolle bei der Definition der eigenen Identität spielt.

  • 12.10.2009 10:37 Uhr

    von Lehman sister:

    "verdächtige Freunde" - schon gehört, daß Homosexualität in D entkriminalisiert ist? ... so viel zum Niveau der taz

    Lösung des Problems: sich unverdächtig verhalten, lieber keine Schmuddelfreunde oder keine Teilnahme an digitalen social networks - wer weiß, wer da noch alles nach noch schlimmeren Eigenschaften und Fotos schnüffelt...

    des weiteren würde ich mich im Facebook auch nicht als Fan der taz outen, wie schaut denn das aus bei solchen Artikeln...

  • 12.10.2009 02:01 Uhr

    von trainee:

    Neueste Studien beleben: Menschen die viele Studien veröffentlichen, sind aller Wahrscheinlichkeit nach Forscher oder halten sich für solche.

  • 12.10.2009 00:45 Uhr

    von Gerhard:

    Mist, bin ich mit einem Freundeskreis von 1,89 Prozent bekennenden Heteros etwa doch nicht schwul?!
    Wozu bin ich in der Schulzeit gaypolitisch aktiv gewesen? Muss dringend meinen Hetenkreis ausdünnen …

  • 12.10.2009 00:21 Uhr

    von Peter Puseratze:

    .... aber das man die Funktion " Freunde anzeigen " einfach ausschalten kann und sich damit auch dem Zwangsouting entzieht wird mal wieder nicht erwähnt. DAS GEFÄHRLICHE INTERNET !!

  • 11.10.2009 23:54 Uhr

    von Thomas :

    MIst ... Mindest 2% meiner Facebook Freunde sind Homosexuell ...

    Wie soll ich das nur meiner Freundin erklären ...


    LG

  • 11.10.2009 23:17 Uhr

    von martin:

    heteromänner geben sich nicht mit schwulen ab? das war doch vorgestern...

    dass die autoren der studie ihre ergebnisse damit belegen, dass ihre schwulen bekannten viele schwule kennen, ist doch wohl hoffentlich ein witz! natürlich kennen schwule andere schwule - wäre ja für sie alle sonst ziemlich langweilig...

    ein hetero kann doch aber viele schwule verlinkt haben, weil er in bereichen arbeitet, wo schwule vermehrt offen vorkommen (es soll heterosexuelle balletttänzer geben) - er kann aber auch einfach kein arsch sein und ganz natürlich mit schwulen befreundet sein, wieso sollte er sie nicht verlinken?

  • 11.10.2009 22:07 Uhr

    von Achim Hohlfeld:

    Kann man sich bei der taz bitte endlich mal abgewöhnen, vom "sich bekennenden Homosexuellen/Schwulen" zu sprechen? Da gibt es nichts zu bekennen, keine Schuld, kein Vergehen, kein Verbrechen.

  • 11.10.2009 21:07 Uhr

    von anke:

    Wenn ich nicht wüsste, dass bei der taz sehr viele sehr verschiedene Menschen arbeiten, würde mir jetzt schlecht werden. Es kommt mir nämlich verdammt bigott vor, wenn das Blatt einerseits jedem Schwulen mit geradezu inquisitorischem Gebaren nicht nur das Coming-out sondern auch der 100-%-ige Einsatz für "die Sache der Community" abverlangt, andererseits aber das Internet als lebensgefährliche Diskriminierungsmaschinerie herhalten muss, die permanent von potentiellen Arbeitgebern und anderen böswilligen Mitmenschen zum Schaden der armen Homos missbraucht wird. Gleichzeitig Angst einreden und Rückgrad fordern und dafür auch noch Geld nehmen, das ist echt das Letzte, Leute. Kein Wunder, wenn Schwule hin und wieder ein wenig schizophren rüberkommen – bei den Freunden, die sie in euch haben...

  • 11.10.2009 18:46 Uhr

    von Claus Thaler:

    Na, das scheint mir aber eine doch eher gewagte Theorie zu sein: Unter meinen Freunden sind viele Zonis, aber trotzdem habe ich noch nie einen Ausländer zusammengeschlagen.

  • 11.10.2009 18:27 Uhr

    von Jens R. Prochnow:

    Dass irgendwelche "Forscher" mit solchen Quatsch in Zeitungen zu erscheinen hoffen ist ganz normal. Aber dass eine überregionale deutsche Tageszeitung ihre Leser mit solchem Unfug belästigt, das ist schon eine Sensation.

  • 11.10.2009 17:49 Uhr

    von Oops Ich:

    Was ich all die Jahre nicht gemerkt habe, habe ich kurzerhand durch Blick in meine Facebook Friends List festgestellt: Bin wohl schwul.

  • 11.10.2009 16:20 Uhr

    von drusus:

    In den 80ern wollte man der "Volkszählung" nichtmal den Namen sagen und heute schreiben viele der ganzen Welt im minutentakt ob ihnen der Kaffee schmeckt oder die Hose rutscht. Von persönlichen Daten und privaten Photos ganz zu schweigen.

  • 11.10.2009 16:11 Uhr

    von Olaf:

    "Männer, die unter ihren Facebookfreunden viele bekennende Homosexuelle haben, sind aller Wahrscheinlichkeit nach schwul."

    Wahnsinn, wer hätte das gedacht ? ^^

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