• 28.01.2009

Rehabilitation post mortem

Parteienstreit um NS-Kriegsverräter

Haben Soldaten, von Nazis als Kriegsverräter verurteilt, ihren Kameraden geschadet oder sind sie Widerstandskämpfer? Grüne und Linkspartei wollen sie rehabilitieren, die Koalition nicht.von Stefan Reinecke

  • 04.04.2011 19:04 Uhr

    von Dieter Michaelsen:

    Herr Ratzinger scheint mit seiner Entscheidung zur Wiederaufnahme von Bischof Williamson, dem Holocaust-Leugner in die Kirche, deutlich machen zu müssen als Papst mächtigster Mann der christlich-katholischen Kirche zu sein und wohl noch ein bisschen mehr. Das musste ihm Protest und damit Aufmerksamkeit eintragen. Daran ist ihm gelegen. Seine Herausforderung erscheint als provokative Selbstdarstellung kraft seiner Herrschaft in der Kirchenhierarchie und darüber hinaus.


    Zugleich entsteht im Bundestag Streit um die NS-Kriegsverräter. Vornehmlich christliche Parteipolitiker wehren sich gegen eine Rehabilitation der einfachen desertierten und erwischten Soldaten. Warum ausgerechnet diese?
    Verbrecherisch war der Staat und verbrecherisch der Krieg. Dem dienten die Volksgenossen je nach ihrem Gewissen: freiwillig, weil verführt, unfreiwillig, weil mit Strafe bedroht und gehorsamsverweigernd auf die ihnen verbliebene Art und Weise.

    Zuvor dem Unrechtsgehalt nachforschen fordern Wissenschaftler. Das soll geschehen.
    Ratzinger handelt in einem Raum in welchem der Staat keinen Zutritt hat. Er schafft sich sein Recht selber. Und wahrscheinlich wird er kraft seines Amtes im Falle Williamson Recht behalten. Dieser Akt stärkt Herrschaftsfunktion und verbiegt Recht. Und er bestätigt obrigkeits-beflissenes Denken besonders in konservativen Gesellschaftskreisen, die auch Unrecht gewähren lassen, wenn es um die innere Ordnung des Systems geht.
    Also Ordnung geht vor Recht.

    Im Fall NS-Kriegsverräter zeigen sich deutlich breite Spuren rechtskonservativen Denkens. Es ist nicht verwunderlich, dass sich ausgerechnet Politiker der christlichen Partei damit hervortun. Auch hier geht es weniger um Recht, als um Ordnung im System unserer Gesellschaft.

    Staufenberg gilt offensichtlich nicht als Kriegsverräter? Sollen jetzt, die Gesetze des "Dritten Reiches" auf ihn als Unrechtsgesetze nicht zugetroffen haben, wohl aber weiterhin gültig bleiben für die Kleinen, welche dazu ausersehen waren im unsäglichen Dreck zu wühlen? Der Film Staufenberg wird großartig herausgestellt, das Kabarett verkackeiert ihn. Die Frage nach dem Recht aber damals und heute und dessen Bezug zum herrschenden System wird nicht gestellt.

    Es ist besser, ein Mensch sterbe für das Volk, als dass das ganze Volk verderbe, heißt es im NT.
    Kaiphas hat mit seiner Angstpredigt erfolgreich das herrschende System retten können. Was ist schon ein Mensch wert, wenn mit seiner Vernichtung die herrschende Ordnung erhalten wird. Oder anders: Wie groß muss der Wert eines Menschen sein, wenn sein Tod der Erhaltung der Gesellschaftsordnung dient. Das ist die Rede von Oben nach Unten.


  • 04.04.2011 19:04 Uhr

    von vic:

    Der Apfel CDU, kommt eben einfach nicht von seinem Baum los.

  • 11.02.2011 17:57 Uhr

    von Marcel Hoffmann:

    Es wäre ein Zeichen für die Zukunft... jetzt wo die letzte Hürde überwunden wurde.

    Die Politiker, die diese Rehabilitierung solange verhindert haben, haben damit auf gesetzeswidrige Weise eine Botschaft senden wollen, die da lautet: „Selbst wenn deine Armee in kriminelle Aktivitäten verwickelt ist, desertiere nicht, denn du bist verpflichtet, Befehle zu befolgen, auch wenn diese Befehle Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen“.
    Dies stellt ganz klar ein Anstacheln dar, Kriegsverbrechen zu verüben und deshalb sollten alle beteiligten Politiker (allen voran CSU-Rechtsexperte Norbert Geis) vor Gericht gestellt werden wegen „Anstachelung zu Kriegsverbrechen im Namen der ‚Disziplin’“!
    Mit ihrem Handeln haben diese Politiker auf widerliche Weise das alte „wenn du einfach nur Befehle befolgst, bist du nicht verantwortlich“ wieder einführen wollen.
    Die Politiker, die diese Rehabilitation verzögert haben, stellten sich selbst an die Seite der Nazi Kriegsverbrecher.

    Und schließlich: die Ehre dieser mutigen Soldaten wiederherstellen ist nicht genug. Sie sollten für ihr beispielhaftes Verhalten, also aus einer kriminellen Armee desertiert zu haben, mit dem höchsten Militärorden ausgezeichnet werden.

  • 11.02.2011 17:49 Uhr

    von Dieter Michaelsen:

    Herr Ratzinger scheint mit seiner Entscheidung zur Wiederaufnahme von Bischof Williamson, dem Holocaust-Leugner in die Kirche, deutlich machen zu müssen als Papst mächtigster Mann der christlich-katholischen Kirche zu sein und wohl noch ein bisschen mehr. Das musste ihm Protest und damit Aufmerksamkeit eintragen. Daran ist ihm gelegen. Seine Herausforderung erscheint als provokative Selbstdarstellung kraft seiner Herrschaft in der Kirchenhierarchie und darüber hinaus.


    Zugleich entsteht im Bundestag Streit um die NS-Kriegsverräter. Vornehmlich christliche Parteipolitiker wehren sich gegen eine Rehabilitation der einfachen desertierten und erwischten Soldaten. Warum ausgerechnet diese?
    Verbrecherisch war der Staat und verbrecherisch der Krieg. Dem dienten die Volksgenossen je nach ihrem Gewissen: freiwillig, weil verführt, unfreiwillig, weil mit Strafe bedroht und gehorsamsverweigernd auf die ihnen verbliebene Art und Weise.

    Zuvor dem Unrechtsgehalt nachforschen fordern Wissenschaftler. Das soll geschehen.
    Ratzinger handelt in einem Raum in welchem der Staat keinen Zutritt hat. Er schafft sich sein Recht selber. Und wahrscheinlich wird er kraft seines Amtes im Falle Williamson Recht behalten. Dieser Akt stärkt Herrschaftsfunktion und verbiegt Recht. Und er bestätigt obrigkeits-beflissenes Denken besonders in konservativen Gesellschaftskreisen, die auch Unrecht gewähren lassen, wenn es um die innere Ordnung des Systems geht.
    Also Ordnung geht vor Recht.

    Im Fall NS-Kriegsverräter zeigen sich deutlich breite Spuren rechtskonservativen Denkens. Es ist nicht verwunderlich, dass sich ausgerechnet Politiker der christlichen Partei damit hervortun. Auch hier geht es weniger um Recht, als um Ordnung im System unserer Gesellschaft.

    Staufenberg gilt offensichtlich nicht als Kriegsverräter? Sollen jetzt, die Gesetze des "Dritten Reiches" auf ihn als Unrechtsgesetze nicht zugetroffen haben, wohl aber weiterhin gültig bleiben für die Kleinen, welche dazu ausersehen waren im unsäglichen Dreck zu wühlen? Der Film Staufenberg wird großartig herausgestellt, das Kabarett verkackeiert ihn. Die Frage nach dem Recht aber damals und heute und dessen Bezug zum herrschenden System wird nicht gestellt.

    Es ist besser, ein Mensch sterbe für das Volk, als dass das ganze Volk verderbe, heißt es im NT.
    Kaiphas hat mit seiner Angstpredigt erfolgreich das herrschende System retten können. Was ist schon ein Mensch wert, wenn mit seiner Vernichtung die herrschende Ordnung erhalten wird. Oder anders: Wie groß muss der Wert eines Menschen sein, wenn sein Tod der Erhaltung der Gesellschaftsordnung dient. Das ist die Rede von Oben nach Unten.


  • 11.02.2011 17:49 Uhr

    von vic:

    Der Apfel CDU, kommt eben einfach nicht von seinem Baum los.

  • 12.09.2009 10:26 Uhr

    von Marcel Hoffmann:

    Es wäre ein Zeichen für die Zukunft... jetzt wo die letzte Hürde überwunden wurde.

    Die Politiker, die diese Rehabilitierung solange verhindert haben, haben damit auf gesetzeswidrige Weise eine Botschaft senden wollen, die da lautet: „Selbst wenn deine Armee in kriminelle Aktivitäten verwickelt ist, desertiere nicht, denn du bist verpflichtet, Befehle zu befolgen, auch wenn diese Befehle Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen“.
    Dies stellt ganz klar ein Anstacheln dar, Kriegsverbrechen zu verüben und deshalb sollten alle beteiligten Politiker (allen voran CSU-Rechtsexperte Norbert Geis) vor Gericht gestellt werden wegen „Anstachelung zu Kriegsverbrechen im Namen der ‚Disziplin’“!
    Mit ihrem Handeln haben diese Politiker auf widerliche Weise das alte „wenn du einfach nur Befehle befolgst, bist du nicht verantwortlich“ wieder einführen wollen.
    Die Politiker, die diese Rehabilitation verzögert haben, stellten sich selbst an die Seite der Nazi Kriegsverbrecher.

    Und schließlich: die Ehre dieser mutigen Soldaten wiederherstellen ist nicht genug. Sie sollten für ihr beispielhaftes Verhalten, also aus einer kriminellen Armee desertiert zu haben, mit dem höchsten Militärorden ausgezeichnet werden.

  • 30.01.2009 18:44 Uhr

    von Dieter Michaelsen:

    Herr Ratzinger scheint mit seiner Entscheidung zur Wiederaufnahme von Bischof Williamson, dem Holocaust-Leugner in die Kirche, deutlich machen zu müssen als Papst mächtigster Mann der christlich-katholischen Kirche zu sein und wohl noch ein bisschen mehr. Das musste ihm Protest und damit Aufmerksamkeit eintragen. Daran ist ihm gelegen. Seine Herausforderung erscheint als provokative Selbstdarstellung kraft seiner Herrschaft in der Kirchenhierarchie und darüber hinaus.


    Zugleich entsteht im Bundestag Streit um die NS-Kriegsverräter. Vornehmlich christliche Parteipolitiker wehren sich gegen eine Rehabilitation der einfachen desertierten und erwischten Soldaten. Warum ausgerechnet diese?
    Verbrecherisch war der Staat und verbrecherisch der Krieg. Dem dienten die Volksgenossen je nach ihrem Gewissen: freiwillig, weil verführt, unfreiwillig, weil mit Strafe bedroht und gehorsamsverweigernd auf die ihnen verbliebene Art und Weise.

    Zuvor dem Unrechtsgehalt nachforschen fordern Wissenschaftler. Das soll geschehen.
    Ratzinger handelt in einem Raum in welchem der Staat keinen Zutritt hat. Er schafft sich sein Recht selber. Und wahrscheinlich wird er kraft seines Amtes im Falle Williamson Recht behalten. Dieser Akt stärkt Herrschaftsfunktion und verbiegt Recht. Und er bestätigt obrigkeits-beflissenes Denken besonders in konservativen Gesellschaftskreisen, die auch Unrecht gewähren lassen, wenn es um die innere Ordnung des Systems geht.
    Also Ordnung geht vor Recht.

    Im Fall NS-Kriegsverräter zeigen sich deutlich breite Spuren rechtskonservativen Denkens. Es ist nicht verwunderlich, dass sich ausgerechnet Politiker der christlichen Partei damit hervortun. Auch hier geht es weniger um Recht, als um Ordnung im System unserer Gesellschaft.

    Staufenberg gilt offensichtlich nicht als Kriegsverräter? Sollen jetzt, die Gesetze des "Dritten Reiches" auf ihn als Unrechtsgesetze nicht zugetroffen haben, wohl aber weiterhin gültig bleiben für die Kleinen, welche dazu ausersehen waren im unsäglichen Dreck zu wühlen? Der Film Staufenberg wird großartig herausgestellt, das Kabarett verkackeiert ihn. Die Frage nach dem Recht aber damals und heute und dessen Bezug zum herrschenden System wird nicht gestellt.

    Es ist besser, ein Mensch sterbe für das Volk, als dass das ganze Volk verderbe, heißt es im NT.
    Kaiphas hat mit seiner Angstpredigt erfolgreich das herrschende System retten können. Was ist schon ein Mensch wert, wenn mit seiner Vernichtung die herrschende Ordnung erhalten wird. Oder anders: Wie groß muss der Wert eines Menschen sein, wenn sein Tod der Erhaltung der Gesellschaftsordnung dient. Das ist die Rede von Oben nach Unten.


  • 28.01.2009 03:53 Uhr

    von Pas Materski:

    nur mal so weitergedacht vorbestrafe sind nicht bei der Bollidzei, bei Ämtern und/oder Behörden beschäftigt. blieb deren Eintrag im polizeilichen Führungszeugnis die ganze Zeit? Staufenberg vorbestraft? Wer bringt mir denn dann die Post? Der Schupo der wo ich Fahrradschein gemacht habe in der Schule, nicht vorbestraft! TOTALAmnestie, sofort, und alle nazis vorn kadi,was auch immer kadi heissen mag.

  • 28.01.2009 01:38 Uhr

    von vic:

    Der Apfel CDU, kommt eben einfach nicht von seinem Baum los.

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