Kommentar von GEREON ASMUTH
Straßennamen dienen der Orientierung. Sie helfen, sich zurechtzufinden - räumlich und in der nicht unproblematischen Geschichte der Stadt. Umso mehr ist es zu begrüßen, wenn ein Straßenname in Steglitz-Zehlendorf eine Diskussion über den Umgang mit unserer Vergangenheit auslöst. Das Ergebnis dieser Debatte um die Treitschkestraße allerdings ist mau.
Nun kann es nicht bloß darum gehen, problematische Namen vom Stadtplan zu streichen. Die Idee, einen Platz an der Treitschkestraße nach einem seiner Widersacher und Opfer zu benennen, hat durchaus ihren Reiz. Straßenecken können der spannungsgeladenen Geschichte Berlins gerecht werden - wie etwa die Kreuzung Axel-Springer-/ Rudi-Dutschke-Straße zeigt.
Das aber funktioniert nur, wenn man diese Spannung auch aushält. Und ihre Probleme nicht verschweigt. Dann aber gehört nicht nur das unrühmliche Treitschke-Zitat "Die Juden sind unser Unglück" auf die Gedenkstele, sonder auch der Hinweis, dass die Nazis es später für ihre Propaganda genutzt haben.
Fehlt dieser Mut, hilft nur noch eins: die Umbenennung der Treitschkestraße - als klares Signal für den Umgang mit der deutschen Geschichte. Der jetzt vorgestellte Stelentext jedoch ist ein unakzeptabler Kompromiss.
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Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
14.04.2012 21:01 | Enzo Aduro
Auch die Rudi-Dutschke-Straße ist zu kritisieren ...