Verbraucherministerin verlangt, das Google von jedem Hausbesitzer eine schriftliche Genehmigung einholt, bevor Fotos veröffentlicht werden. Auch StudiVZ und Co. sollen mehr für Datenschutz tun.

Auch schon mal mit dem Schneemobil unterwegs: Google StreetView-Kamera in Vancouver. Bild: screenshot youtube.com/google
BERLIN dpa | Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) legt nach mal nach. Nach eigenen Angaben will sie den Druck auf den US-Konzern Google im Streit über die Aufnahmen von Straßen und Häusern im Internet erhöhen. "Niemand darf ohne sein Einverständnis auf den Präsentierteller der virtuellen Welt geraten", sagte Aigner am Dienstag anlässlich des "Safer Internet Day" in Berlin.
"Dass Google den Anwohnern ein Widerspruchsrecht einräumt, genügt nicht." Ihre Bedenken gegen "Google Street View" seien nicht ausgeräumt. Beim "Safer Internet Day" geht es um Aktionen für mehr Sicherheit im Netz.
"Wer mit persönlichen Daten Geld verdienen will, der muss aus meiner Sicht vorab eine ausdrückliche Einwilligung einholen", forderte Aigner. Dies gelte vor allem für Google und vergleichbare Dienste, die ohne Einwilligung Häuser und Vorgärten fotografierten, um die Bilder zu kommerziellen Zwecken zu nutzen.
Aigner wirft Google die millionenfache Verletzung der Privatsphäre vor und hofft auf ein gemeinsames Vorgehen mit dem Innen- und dem Justizministerium für rechtliche Änderungen. "Ich bin sicher, dass wir eine gemeinsame Lösung im Kabinett finden werden." Bereits am Wochenende hatte Aigner in einem Interview Druck auf StreetView gemacht.
Google wies die Kritik in den vergangenen Tagen zurück. Für "Street View" seien in Deutschland bereits seit mehr als einem Jahr im Einklang mit den Datenschutzbehörden Fotos aufgenommen worden.
Aigner forderte auch von den sozialen Netzwerken im Internet erhöhten Datenschutz. "Die Löschungsmöglichkeiten müssen ganz klar definiert sein", sagte die CSU-Politikerin. Sie appellierte an die Anbieter, die Voreinstellungen zugunsten der Nutzer zu verbessern.
Immer mehr Bundesbürger geben im Internet persönliche Daten von sich preis. 40 Prozent der Deutschen zeigen einer Forsa-Umfrage des Branchenverbandes Bitkom zufolge private Informationen wie Bilder im Netz, während es vor einem Jahr erst 23 Prozent waren. 56 Prozent zeigen persönliche Informationen wie Namen, Fotos oder Beziehungsstatus. Forsa befragte im Dezember rund 1000 Nutzer über 14 Jahren.
Das Amtsgericht Dresden hat erklärt, dass die Abfrage von mehr als einer Millionenen Handydaten während Anti-Nazi-Demos erlaubt war. Zweifel bleiben angebracht. von Paul Wrusch

In Hamburg präsentieren sich drei Kandidatinnen für den Bundesvorstand der Linkspartei. Applaus gibt es für Katja Kipping, Schelte für den abwesenden Dietmar Bartsch. von Marco Carini

Im Schwerpunkt Überwachung legen wir ein besonderes Augenmerk auf die neuesten Auswüchse der Sammelwut und Kontrollgelüste von Staatsgewalt wie Konzernen. Und natürlich auf Datenpannen aller Art.
Foto: time. / photocase.com
Echte Stars, begeisterte Fans, prima Shopping-Tipps - wir freuen uns auf die Fußball-Europameisterschaft.

Starre Rituale, öde Debatten, ein Haus der Langeweile? Nicht in der Ukraine! Hier werden Parlamentsdebatten noch mit Leidenschaft, Herzblut und handfesten Argumenten geführt!

Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare