AfD-Chef beim Baden bestohlen: Alternative Kleidung für Gauland
Als AfD-Chef Alexander Gauland in Potsdam im See schwamm, wurden seine Sachen gestohlen. Mutmaßliches Motiv: Antifaschismus.
Selbst der Sprecher der Potsdamer Polizei kann sich bei seiner Bestätigung das Kichern kaum verkneifen. Bei dem älteren Herren in den buntkarierten Shorts handelt es sich um den AfD-Parteivorsitzenden Alexander Gauland. „Das kann man auch ohne biometrisches Profil sagen“, so der Sprecher auf Anfrage der taz.
Als Gauland vergangene Woche Dienstag im Potsdamer Heiligen See in der Nähe seines Wohnortes baden war, sind ihm die am Ufer deponierten Sachen gestohlen worden. Zusammen mit einer herbeigerufenen Polizistin trat Gauland den Heimweg an. „Herr Gauland ist Geschädigter einer Straftat. Die Kriminalpolizei der Direktion West ermittelt wegen Diebstahls“, so der Polizeisprecher. Der für politische Taten zuständige Staatsschutz sei demnach noch nicht mit dem den Fall betraut worden.
Auf Anfrage bestätigte auch der Twitter-Nutzer „Marc Brandenburg“, der das Foto zuerst verbreitete, dessen Echtheit. Demnach hatte die Aktion eine politische Motivation. „Nazis brauchen keinen Badespaß“, soll der unbekannte Dieb demnach gerufen haben, ehe er mit den Sachen verschwand.
Gauland hatte am vergangenen Wochenende einen politischen Eklat ausgelöst, indem er sich gewissermaßen auch nackig machte und seine bürgerliche Maskerade fallen ließ. In einem Grußwort beim Bundeskongress der AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative im thüringischen Seebach sagte er, Hitler und die Nazis seien „nur ein Vogelschiss in über 1.000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte“. Politische Talksendungen wie „Hart aber fair“ kündigten daraufhin an, Gauland mindestens für die nächsten 18 Monate nicht mehr als Gast einzuladen.
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen
meistkommentiert