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wortwechselTrumps Gaza-Pläne: welche Rolle hat Deutschland?

Ist Deutschlands Berichterstattung einseitig? Dürfen wir Waffen liefern an Israel? Die Angst die Zerstörung Israels mitzuverantworten.

Von israelischen Panzern plattgewalzte Straßen in Dschenin Foto: Raneen Sawafta

„Verlogen und verloren“

taz vom 14. 3. 25

Oase in der Informationswüste

Viele in unserem Bekanntenkreis sind Ihnen zutiefst dankbar für den Artikel „Verlogen und verloren“. Seit Oktober 2023 sehe ich mich gezwungen, die Haaretz und englischsprachige Podcasts zu abonnieren, Informationen der UN, die Klageschrift Südafrikas, die Berichte der UN-Sonderberichterstatterin Albanese und viele andere Quellen zu durchforsten, weil die von mir abonnierten Zeitungen, mein Nachrichtensender sowie Tagesschau & Co peinlich versagen.

Es ist erschütternd, in welchem Umfang bei diesem Thema Experten­meinungen, Menschenrechtsorgani­sationen, ­Zeugenaussagen von Ärzten und israelischen Whistleblowern und das Völkerrecht ignoriert werden. Von Aus­gewogenheit oder gar investigativem ­Journalismus kann überhaupt nicht die Rede sein. Ihr Text ist daher eine kleine Oase in der deutschen Informa­tionswüste. Vermutlich haben sich schon pro­israelische Watchdog-Organisationen, Aktivist*innen, die DIG und andere über Ihren Artikel echauffiert. Bekanntermaßen scheut auch der israelische ­Bot­schafter nicht davor zurück, wütend bei deutschen Redaktionen anzurufen. Ich hoffe aber, dass sich die taz-Redaktion ­davon nicht einschüchtern lässt, ­sodass die kleine Oase wachsen kann. Ich danke ­Ihnen für Ihre Integrität und den damit einhergehenden Mut!

Michael Bencec, Augsburg

Undifferenziertes Geschwurbel

Die Einseitigkeit der Autoren ist nur schwer zu ertragen, kein Wort zu den israelischen Opfern, kein Wort zu den barbarischen Morden vom Oktober vorletzten Jahres, kein Wort zu den andauernden Raketenangriffen und dem islamistischen Vernichtungswillen.. Stattdessen die ungefilterte Propaganda von Hamas, Al-Jazeera und Co. So wie Al-Taher und Schütze den Deutschen eine genozidale Absicht unterstellen, müssen sie sich gefallen lassen, dass sie die Vernichtung Israels wollen. Das solch undifferenziertes Geschwurbel in der taz erscheinen darf, ist erschütternd. Le­se­r*in Amra auf taz.de

Ein-, Zweistaatenlösung?

„Das Festhalten an einer Zweistaatenlösung ist ein weiteres Beispiel für die Orientierungslosigkeit und realitätsferne deutscher Nahostpolitik. Je­de*r halbwegs informierte Be­ob­ach­te­r*in weiß, dass dies keine Lösung ist.“ Was schlagen Sie stattdessen vor? Die Einstaatenlösung? Mit beiden Volksgruppen? Das klingt ja noch sehr viel realitätsferner.

(Und die Alternative wäre ja wohl die Einstaatenlösung mit nur einem dieser Völker – also genau das, was die Extremisten beider Seiten wollen und was Sie hier Israel vorwerfen.)

Le­se­r*in Gothograecus auf taz.de

Tabuisiertes Thema

Hiermit möchte ich mich bei Hanna Al Taher und Benjamin Schütze für den informativen Artikel bedanken. Er zeigt aufrüttelnd die unheilvolle Außenpolitik der derzeitigen deutschen Regierung, die mit enormen Rüstungsgeldern den Krieg gegen die Palästinenser unterstützt.

Wie können Bündnis 90/Die Grünen entgegen ihrem damaligen Wahlprogramm Rüstungsgeschäfte mit einem im Krieg befindlichen Staat rechtfertigen. Wie kann es sein, dass man diese Außenministerin als Präsidentin für die UN-Vollversammlung vorschlägt. Es ist moralisch eine unhaltbare Entscheidung. Dank auch an die taz-Redaktion. Bitte informiert weiter über dies tabuisierte Thema in Deutschland!! Friede Röcher, Kall

Vernichtung Israels

Wenn das Völkerrecht in der Praxis dazu genutzt wird bzw. genutzt werden soll, die Vernichtung Israels und der jüdischen Minderheit, die (meines Wissens nach) ausnahmslos überall auf dieser Welt Verfolgung und Mord ausgesetzt ist, zu unterstützen, ist es meiner Meinung nach vernachlässigbar. Ich schreibe nicht „falsch formuliert“, das steht mir absolut nicht zu. Davon abgesehen davon sind Kriege grundsätzlich völkerrechtswidrig, und diesen Krieg hat die Regierung Gazas begonnen.

Was das geforderte Waffenembargo angeht, bin ich der Meinung: Wenn wir Israel keine Waffen/Ersatzteile mehr liefern, wie das andere europäische Länder tun, vollenden wir das Grauen der Shoa. Ich persönlich will für kein einziges vernichtetes jüdisches Leben oder die Zerstörung Israels verantwortlich sein.

Le­se­r*in Sabine auf taz.de

Klima der Angst

Vielen Dank für den mutigen Artikel. Endlich jemand, der die Wahrheit ausspricht. Ich hatte schon den Glauben an die deutschen Medien verloren. Ich kann dem Geschriebenen nur voll und ganz zustimmen. Als Unterstützer in einer Pro-Palästina-Gruppe ist mir auch schon der Unmut des deutschen Staatsapparates und dessen williger Helfer begegnet. In der Bevölkerung bekommen wir in­zwischen aber immer mehr Zustimmung und es herrscht Unverständnis/Ablehnung ob des Verhaltens der deutschen Politik.

Es ist nur sehr schwer Leute dazu zu bringen, dass sie ihre Meinung öffentlich bekunden (Es herrscht ein Klima der Angst). Ralf Karrer, Augsburg

Welche Lösung?

„Das Festhalten an einer Zweistaatenlösung ist ein weiteres Beispiel für die Orientierungslosigkeit und Realitätsferne deutscher Nahostpolitik. Je­de*r halbwegs informierte Be­ob­ach­te­r*in weiß, dass dies keine Lösung ist.“ Da aus Sicht der Autoren die Auslöschung Palästinas sicher auch nicht die Lösung wäre, was dann? From the river to the sea? Die Auslöschung Israels? Der des Genozids für schuldig befundenen Seite? Was für ein verstörender Artikel!

Le­se­r*in Queerbeet auf taz.de

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