was für eine woche: „Und die queere Community in der Türkei? Lässt sich von Erdoğan nicht einschüchtern“
Derya Türkmen
Endlich ist die Familie sicher. Doch welche genau? Das ist bei Präsident Recep Tayyip Erdoğan eine berechtigte Frage. „Ailem Güvende“(Meine Familie ist sicher) heißt die Operation, mit der die Justiz seit dem 13. September gegen die queere Community vorgeht. 162 Beschuldigte in 15 Provinzen sind bislang davon betroffen.
Erdoğan propagiert die traditionelle Familie, deren Schutz er auch zur nationalen Sicherheit erklärt. Dann gibt es auch seine AKP-Familie mit 11,7 Millionen Mitgliedern. Eine große Familie eben.
Foto: Miriam Klingl
Derya Türkmen ist Redakteurin bei taz eins.
Und dann wären da noch queere Familien. Für sie sieht Erdoğans Familienpolitik etwas anders aus: Razzien, Festnahmen, gesperrte Websites. Neu ist die Repression nicht. 2015 wird die Pride verboten, 2023 macht Erdoğan LGBTQIA+ zum Wahlkampf-Feindbild, 2025 scheiterte immerhin der Versuch einer weiteren Kriminalisierung von queeren Menschen. Nun lauten die Vorwürfe unter anderem auf Prostitution und Drogendelikte.
Und die queere Community? Sie lässt sich nicht einschüchtern. Ihr Slogan seit Jahren: „Nerdesin aşkım?“(Wo bist du, mein Schatz?) Buradayım aşkım. (Hier bin ich.) Noch immer.
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