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sieben sachen

Kinder werden in „Medea’s Kinderen“ zu den wahren Ti­tel­hel­d:in­nen Foto: Michiel Devijvez

Mythos auf den Kopf gestellt

Kaum ein antiker Stoff lieferte in der Geschichte des Theaters seit Euripides – der die Episode des Kindermordes dem alten Mythos überhaupt erst hinzufügte – Vorwand für so viele misogyne Klischees wie der von Medea. Mit „Medea’s Kinderen“ rekontextualisiert Regisseur Milo Rau nun den Stoff als einen Kriminalfall, in dem sich das nette Häuschen, das bürgerliche Wohnzimmer, als der in Wirklichkeit brutalste Ort in unserer Gesellschaft herausstellt.

Schaubühne, ab 4. 4., 20.30 Uhr, ab 16 Jahren

Made in Berlin

In seiner 21. Ausgabe lädt das achtung berlin Filmfest wieder dazu ein, die Stadt aus der filmischen Perspektive zu betrachten. Außerdem beschäftigt sich die Retrospektive „80 Jahre Kriegsende: Der lange Schatten“ mit den Nachwirkungen des Zweiten Weltkrieges im Film und zeigt herausragende Spiel- und Dokumentarfilme und einen Kurzfilm.

diverse Kinos, bis 9. 4., achtungberlin.de

Queer unter dem Meer

Irgendwo zwischen Minimal, Pop, Kraut und Post-Punk changierend bewegen sich Point No Point durch den queeren Berliner Pop/Indie-Underground. Im westgermany feiern Jana Sotzko, Karen Thompson, Robin Harder und Simón Castro Gana am Freitag mit Freun­d:in­nen ihre neue EP „Haus ohne Schatten“. Nervöser und roher als die beiden früheren Alben enthält sie sechs an zwei Tagen eingespielte Songs über Mondlandschaften, das Aufwachen in Ostberlin oder Sex als Unterwasserwesen.

Point No Point: westgermany, 4. 4., 21 Uhr, Tickets 13–20 Euro

Federleicht bis psychedelisch

Mit „Adagio“ liefert die griechische Musikerin Σtella ein Pop-Album , das wie eine warme Decke daherkommt; sie hüllt ihre Zuhörer in Nylonsaitengitarren, federleichte Perkussion, psychedelische Keyboards und Stakkato-Schlagzeug. Geschrieben und aufgenommen über einen Zeitraum von fünf Jahren mit einem Konsortium internationaler Kollaborateure – darunter auch Rafael Cohen und der britische Songwriter Gabriel Stebbing, ist „Adagio“ eine 27-minütige Meditation über Liebe und Verlangen, Ruhe und Zeit. Der Support kommt von Martha Rose.

Σtella + Martha Rose: Lido Berlin, Cuvrystraße 7, 7. 4., Einlass 19 Uhr, Konzert 20 Uhr, Tickets 22 Euro

Die Tiefe des Ohrwurms

In „An Evening with“ in den Sophiensælen entführt Alex Franz Zehetbauer das Publikum in eine Pianobar. Begleitet von einem Sänger wechselt der Abend zwischen verschiedenen Stimmungen und musikalischen Formen – vom Wiegenlied über die Volkshymne bis hin zum Pop – und beleuchtet die unterschiedlichen kulturellen Bedeutungen.

5. 4., 21.30 Uhr, 6. 4., 18 Uhr, 10–25 Euro

Drei Jahrzente Künstlerclub

Das Eschschloraque Rümschrümp feiert drei Jahrzehnte ungezähmtes Experimentierfeld und künstlerischen Freiraum mit einer großen Liveshow. Angekündigt sind Extrem-Performance-Krach-Truppen, internationale Mu­si­ke­r*in­nen – als Hauptact die Eschschloraque Allstars Band – sowie DJs des Underground, Tän­ze­r*in­nen und Performer*innen. Der Eintritt ist frei!

30 Jahre Eschschloraque: Rosenthaler Str. 39, 2. Hof, 10. 4., 20 Uhr, Eintritt frei

Großes Fest für ein Instrument

Auch als Ziehharmonika, Quetschkommode oder Schifferklavier bekannt, haftet dem Akkordeon der Ruf der Folklore an. Dabei wird es auf der ganzen Welt von hervorragenden Mu­si­ke­r*in­nen zum Klingen gebracht. In Louisiana etwa als Cajun, in seiner klassischen mehrreigen Form vor allem in Österreich und Osteuropa. Das Berliner Festival „Pantonale“ lädt nun schon zum 11. Mal internationale Mu­si­ke­r*in­nen nach Berlin ein, das Akkordeon einem größeren Publikum bekannt zu machen. Im Programm stehen Uraufführungen von Werken der Komponisten Gorka Hermosa (Spanien), Mikolaj Majkusiak (Polen), Wladislaw Zolotaryow (Russland) und Roberto Molinelli (Italien).

Akkordeon Frühling – Pantonale 2025: Philharmonie Berlin, Kammermusiksaal, Herbert-von-Karajan-Straße 1, 4. 4., 18 Uhr, 5. 4., 17 Uhr, Tickets 31–53 Euro, Programm unter: pantonale.com

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