merkel/chirac: die anderen über das gutbürgerliche am iran-atomstreit :
Die französische Regionalzeitung L’Union aus Reims sieht Staatspräsident Chirac in einer Position der Schwäche gegenüber Bundeskanzlerin Merkel: 43 Jahre nach der Unterzeichnung des Élysée-Vertrages sind die deutsch-französischen Beziehungen verändert worden. Präsident Jacques Chirac scheint der Bundeskanzlerin gegenüber in einer Position der Schwäche zu sein. Es gibt zwischen den beiden kein wirkliches Einverständnis, Chirac wirkt wie ein Waisenkind Gerhard Schröders. Angela Merkel hat dem Druck des Élysée-Palastes nicht nachgegeben und bestätigt ihr Image als eine energische Frau und Chefin, ohne dabei ein leicht verkrampftes Lächeln aufzugeben.
Die République des Pyrénées aus Tarbes meint zum selben Thema: Zum ersten Mal wird das französisch-deutsche „Paar“ wirklich von einer Frau und einem Mann verkörpert. Doch es ist zu fürchten, dass dieses Bild immer unzulänglicher wird, um die Beziehungen zwischen beiden Ländern zu beschreiben. Im Versailler Schloss haben sich beide angestrengt, ein gutes Bild abzugeben. Das ähnelte aber eher den Szenen von gutbürgerlichen Leuten, die um jeden Preis den Anschein ihrer Ehe wahren wollen. Nichts kann darüber hinwegtäuschen, dass sich die Zahl der Themen, bei denen Berlin und Paris mit einer Stimme reden, auf einen traurigen Rest reduziert.