meinungsstark:
Unglaubliche Infantilisierung
„Peter Thiel is watching you“, taz vom 31. 3. 25
Die taz vom 31. 3. hat ein Leitmotiv: die Infantilisierung der Gesellschaft. Allerdings weniger als befremdlich komische Entwicklung denn als Gefahr. Es beginnt mit dem verboten ungezogenen kleinen Donald, geht weiter mit dem in seiner Jugendlektüre steckengebliebenen bösen Zauberer Saruman-Thiel, dessen Palentir zu unser aller Überwachung eingesetzt werden soll, und den Jungs aus dem Signal-Chat, „die auch nach Jahrzehnten der Pubertät keine Ausfahrt Richtung Persönlichkeit gefunden haben“, so Küppersbusch, und endet mit dem Hype der Jugendlektüre von Dark-Romances als pornographische Groschenromane auf der Leipziger Buchmesse. Oder ist der „Spielzeug-Lover“ der Gurke des Tages der Schlusspunkt? Kinder tun allzu gern und oft, was ihnen verboten ist. Wenn sie rechtsmündig wären, wären sie Verbrecher. Und das ist genau das Problem unserer Trumps, Thiels, Hegseths … Harald Bost, Saarbrücken
Wie kann man so blöde sein, mit Palantir die Überwachungssoftware eines faschistoiden Trump-Protagonisten und bekennenden Antidemokraten hierzulande einzusetzen und den Angehörigen der Tech-Milliardärs-Mischpoke dafür mit regelmäßigen Millionenbeträgen noch reicher und einflussreicher zu machen? Haben die politischen Entscheider hierzulande noch nichts von der PayPal-Mafia von Thiel bis Musk gehört? Nichts gehört von Thiels abstruser Vorstellung eines „unabhängigen“ globalen Währungssystems unter seiner Regie oder seiner noch abstruseren Idee, seinen Tod hinauszuzögern und mit Hilfe von jugendlichem Blut zu revidieren? Und so einem Mann wollen wir unsere Überwachung überantworten? Klaus-Ulrich Blumenstock
Echte „infants“: Babys in Not
„‚‚Jedes Kind ist mein Kind‘. Alessandra Cercola Salatino ist Krisenpflegemutter. Fünfzehn Babys und Kleinkindern in Not hat sie seit 2015 ein vorläufiges Zuhause gegeben“,
wochentaz vom 29. 3. 25
Ein unglaublich bewegendes Interview! Alessandra Cercola Salatino ist eine grandiose Frau! Sie ist eine wahre Heldin! Hut ab. Dies ist auf den ersten Blick Wirksamkeit im Kleinen und auf den zweiten Blick im ganz Großen! Nur traurig ist, dass der Bedarf so groß ist. Trotzdem macht der Artikel Mut!
Ingrid Karres, Berlin
Unglaubliche Brutalisierung
„Definitionsmacht eines Genozids“, taz vom 9. 3. 25
Der Artikel bezeichnet die Vorwürfe eines Völkermords durch Israel als „haltlos“, während er entscheidende Berichte von renommierten Organisationen wie den Vereinten Nationen, Oxfam, Ärzte ohne Grenzen, dem Lemkin Institut eund Human Rights Watch ignoriert, die umfangreiche Beweise liefern. Der Internationale Gerichtshof hat bereits im vergangenen Jahr festgestellt, dass die Völkermordvorwürfe gegen Israel plausibel sind, was im Artikel jedoch nicht erwähnt wird. Der Autor stützt sich einseitig auf Zahlen der israelischen Armee, ohne diese durch weitere Erkenntnisse von Reuters, BBC Verify und anderen Quellen zu überprüfen. Grace Lloyd
„Arabischer Aufstand 1936: Boykott und Brutalität“,
wochentaz vom 29. 3. 25
Es lohnt sich den Geist der Balfour-Erklärung genauer anzuschauen, dann versteht man, warum die arabische Bevölkerung sich betrogen und verraten fühlte. Zitat des damaligen Außenministers Großbritaniens Sir Lord Arthur Balfour: „In Palästina schlagen wir nicht einmal vor, die Wünsche der derzeitigen Bewohner des Landes zu erfragen. Die vier Großmächte sind dem Zionismus verpflichtet. Und der Zionismus, ob er nun richtig oder falsch, gut oder schlecht ist, wurzelt in jahrhundertealten Traditionen, in den Bedürfnissen der Gegenwart und in den Hoffnungen für die Zukunft, die von weitaus größerer Bedeutung sind als die Wünsche und Vorurteile der 700.000 Araber, die heute dieses alte Land bewohnen.“ Manuela Kunkel, Stuttgart
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