herzensort: Weiß, überall nichts als Weiß
Ein 360-Grad-Panoramablick über den Nationalpark Brecon Beacons und die South Wales Valleys wurde mir versprochen. Einen Bergsee namens Llyn Cwm Llwch (Vokale sind überbewertet) würde ich sehen, den benachbarten Gipfel des Corn Du und, wenn ich Glück hätte, sogar das Meer. Doch ganz oben angekommen auf dem Pen y Fan, dem höchsten Berg in Südwales, ist da nichts als Weiß, undurchdringliches Weiß. Eine 360-Grad-Wolke. Schuhe nass, Haare nass, Sandwich nass, dabei hatte der Tag doch so heiter begonnen. Jetzt bricht das Plateau, auf dem ich stehe, einfach ab, von den Nebelwänden wird mir ganz schwummerig.
Die Witterung in den Brecon Beacons gilt als unberechenbar, britische Militäreinheiten nutzen das Gelände für Trainings. „The fog makes you feel funny, doesn’t it?“, findet auch eine junge Frau, der ich beim Abstieg immer wieder begegne. Und dann tut sich plötzlich der Himmel auf. Für das ganz fette Panorama bin ich schon wieder zu tief, der Blick über die komplett baumlose Gras- und Heidelandschaft um mich herum ist trotzdem fantastisch. Und Entschädigung genug für meinen Ausflug in die Wolke. Leonie Gubela
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