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herzensortBei Anruf Zuckerschock

Eigentlich will ich ja weniger am Handy sein. Nur geht das gerade leider wirklich nicht. Denn bei meiner Freundin ist vor drei Wochen das passiert, was viele als die größte Veränderung im Leben bezeichnen: Sie ist zum ersten Mal Mutter geworden.

Dass dieses Ereignis für mich ähnlich aufregend war wie für sie, konnte sie unschwer an meinen mit überproportional vielen Herzaugen- und Küken-schlüpft-aus-dem-Ei-Emojis versehenen Nachrichten erkennen. Sie tut deshalb, was sie tun muss, und stellt mich regelmäßig im Videotelefonat zu dem kleinen, vor sich hin blubbernden Wesen durch.

Zugegeben, unsere Gespräche sind bisher noch sehr einseitig. Wenn ich frage: „Bist du immer noch müde?“, dann zwinkert sie mir zu und schließt dann ihre großen Augen. Und wenn ich ihr ein Kompliment für ihre tolle Haarpracht mache, dann nuckelt sie munter weiter an der Brust ihrer Mama. In zwei Wochen gehe ich die Kleine besuchen, mal gucken, ob sie mich erkennt. Die Kamera meines iPhones ist ja nicht mehr die beste – aber für süße Videoanrufe reicht sie. Ein Glück.

Katharina Federl