die wahrheit: Außer Haus

Gern fahr ich aus freien Stücken//fort von mir, und zwar geschwind.// Manchmal pfeift in meinem Rücken//leise etwas Heimatwind.//

Gern fahr ich aus freien Stücken

fort von mir, und zwar geschwind.

Manchmal pfeift in meinem Rücken

leise etwas Heimatwind.

Auf der Reise kann ich lüften

und die Fenster runterdrehn,

leicht umweht von schweren Düften

derer, die im Vollstau stehn.

Doch die Gummiabriebschwaden

künden von Erlösung bald,

gleich entladen sich Blockaden

und verheißen Rast und Halt.

Sinnessatte Ruhestätte,

draußen brodelt der Verkehr,

in dir drin Fritteusenfette

und es odelt Sanifair.

Parfümiert, betankt und munter,

voll mit Super und Elan,

an der nächsten Ausfahrt runter

von der Aromatenbahn.

Und mit welcher Eindrucksfülle

wechseln Landschaft und Gemüt,

wenn, wie jetzt, des Landmanns Gülle

mir durch meinen Zinken zieht.

Hab das Ziel noch nicht vor Augen,

als ichs schon im Munde schmeck.

So, als würd ich lutschen, saugen,

an ner alten Schwarte Speck.

Ach hier, genau, war ich schon mal,

vor zwei Leben oder so,

oben dieser Mehrzweck-Festsaal,

Treppe runter dieses Klo.

Gern bin ich aus freien Stücken

außer Haus und außer mir.

Gleich hab ich den Wind im Rücken

und der pfeift mich weg von hier.

Die Wahrheit auf taz.de

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

ist die einzige Satire- und Humorseite einer Tageszeitung weltweit. Sie hat den ©Tom. Und drei Grundsätze.

kari

Wenn Sie bei der taz anrufen, bekommen Sie keine gewöhnliche Warteschleife zu hören. Bei uns liest die Wahrheit ihre Gedichte vor!

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de