die wahrheit: "Meine Frau liebt diese Höhle"

Jetzt spricht Ussama Bin Laden. Der weltberühmte Terrorchef im Wahrheit-Interview über den neuen Mann im Weißen Haus, das Leben in seiner Höhle und seine Frau.

Höhlenfreund Bin Laden. Bild: ap

Noch immer jagt die halbe Welt den dunklen Fürsten des Terrors. Die Wahrheit hat Ussama Bin Laden aufgespürt - in einer gemütlichen kleinen Höhle im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet. In dieser Woche schied sein Bruder im Geiste, George W. Bush, aus dem Amt des US-Präsidenten. Erstmals äußert sich jetzt Ussama Bin Laden im Wahrheit-Gespräch über den neuen Präsidenten der USA, Barack Hussein Obama.

taz: George W. Bush ist nicht länger Herr im Weißen Haus. Wann wird Ussama Bin Laden seine Höhle verlassen?

Ussama Bin Laden: Ich gehe, wenn der Allmächtige es will und meine Frau es mir befiehlt.

Wie lebt es sich eigentlich in so einer eher kleinen Höhle?

Ich bin nicht einsam. Die Höhlen des Hindukuschs sind voller Spinnen und Lurche, die sich so wie ich an die Finsternis gewöhnt haben. In Hamburg würde man sagen: "Allhie bün ick tohuus!" Fragen Sie meine Frau.

Wieso Ihre Frau? Stammt Ihre Frau etwa aus Hamburg?

Leider nicht! Aber richten Sie trotzdem Helmut Schmidt meine herzlichen Grüße aus. Ich lese sehr gern seine Interviews in der Zeit. Wie er das damals mit den Falklandinseln und den Argentiniern hingekriegt hat - alle Achtung! Helmut Schmidt ist ein großer Führer seines Volks.

Haben Sie und Schmidt sonst noch etwas gemeinsam?

Die Mentholzigaretten! Und unsere Liebe zur Waterkant, zum Wasser! Wir sind ja beide durch das Wasser groß geworden. Er damals bei der Sturmflut und ich in Mekka, als der Wadi El Bufer so tückisch anschwoll. Da habe ich als Ingenieur mein Meisterstück gemacht. Wir haben für ein paar Tage die Kaaba vor die Stadttore gerollt - und das wars dann …

Welches waren im Rückblick Ihre schönsten Jahre?

Das waren zweifellos die Weltausstellungen der Sechziger- und Siebzigerjahre. Da wurden noch gute technische Neuerungen präsentiert - zum Beispiel die elektrischen Schreibmaschinen. In Okinawa damals habe ich auf einer Olivetti sage und schreibe 911 Anschläge pro Minute geschafft. Das ist noch heute Weltrekord. Überprüfen Sie es!

Was halten Sie von dem neuen US-Präsidenten Barack Obama?

Ich habe schon von ihm gehört. Leider heißt er ja auch Hussein. Dann ist er Schiit. Das sind alles Verirrte. Aber ich würde ihn dennoch gern einmal in meine Höhle einladen. Meine Frau könnte ihm dann ein paar wertvolle Tipps fürs Leben geben.

Wie meinen Sie das?

Sehen Sie, meine Frau liebt diese Höhle. Sie zieht unser wohnliches Heim einem Gefängnis mit warmem Mittagessen und kostenloser Übernachtung vor. Jeder, auch Obama, könnte ganz sicher von meiner Lebensführung lernen. Ich komme schließlich ohne Miete aus.

Schießen Sie eigentlich manchmal noch selbst?

Nur auf Leuchtskorpione und Fledermäuse - und auf meine Frau selbstverständlich. Aber auf die nur zu Übungszwecken.

Und erfahren Sie überhaupt noch etwas von der Außenwelt?

Ich lausche einfach an den glatten Höhlenwänden …

Und das genügt Ihnen?

Je nun! Wenn ich draußen Hubschraubergeräusche höre, bleibe ich drin in der Höhle. Wenn nicht, habe ich Ruhe und kann schlafen. Was will man denn mehr vom Leben?

Herr Bin Laden, wir danken Ihnen für das Gespräch!

Die Wahrheit auf taz.de

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

ist die einzige Satire- und Humorseite einer Tageszeitung weltweit. Sie hat den ©Tom. Und drei Grundsätze.

kari

Wenn Sie bei der taz anrufen, bekommen Sie keine gewöhnliche Warteschleife zu hören. Bei uns liest die Wahrheit ihre Gedichte vor!

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de

Ihren Kommentar hier eingeben