piwik no script img

die sportskanone

Endlich Nummer eins

Eigentlich galt Alexander Zverev lange als unvollendeter Champion. Als Spieler, der im Grunde alles mitbringt, um den Tennissport zu dominieren, dem aber letztlich die Krönung seiner Karriere, ein Grand-Slam-Titel, verwehrt bleibt. Immer wieder war Zverev für seine defensive Spielweise in entscheidenden Momenten bei den vier Majors, den prestigeträchtigsten Tennisturnieren, kritisiert worden. Auf diese Weise werde er keinen Grand Slam gewinnen, sagte etwa der zwanzigfache Champion Roger Federer.

Die French Open im Juli dieses Jahres sollten alle Zweifler Lügen strafen. Gegen den Italiener Flavio Cobolli gewann Sascha, wie Zverev gerufen wird, das Finale in Paris mit 3:2 und lieferte eine nervenstarke Vorstellung im Entscheidungssatz (6:1) ab. Im September folgte sein US-Open-Triumph. Die endgültige Krönung der Saison folgte diesen Montag. Zverev wird die neue Nummer 1 der Weltrangliste. Zum ersten Mal in seiner Karriere. „Es war eine fantastische Saison für mich“, resümierte der 29-Jährige, dessen Karriere in der Vergangenheit durch eine schwere Knöchelverletzung ausgebremst worden war.

Der Hamburger hatte zudem wiederholt wegen des Vorwurfs häuslicher Gewalt gegen Ex-Partnerinnen in der Kritik gestanden. Die Mäkelei, dass er bei seinen Major-Titeln insgesamt nur auf einen Top-Ten-Spieler traf, dürfte ihn indes kalt lassen. Fest steht, er ist in die Reihe der ganz Großen aufgestiegen. Als zweifacher Grand-Slam-Champion.

Philipp Lautenschläger