die anderen über tony blairs rede beim Labour-Parteitag :
Der linksliberale Independent kommentiert: Blair begann, den Grundstein für einen taktischen Rückzug hinsichtlich des Iraks zu legen. Natürlich wird er immer behaupten, dass er „das Richtige getan hat“, aber es war bedeutsam, dass er so viel Zeit darauf verwandte, seine Partei um Verständnis dafür zu bitten, dass er die Entscheidung getroffen hat, in den Krieg zu ziehen. „Was konnte ich denn tun?“, fragte er, wenn das Geheimdienstmaterial und die „historischen Fakten“ so deutlich auf die Bedrohung durch Saddam Hussein deuteten? Vielleicht habe er falsch gelegen, schien er sagen zu wollen, aber aus den richtigen Gründen.
Die konservative Londoner Zeitung Times meint dagegen zum gleichen Thema: Tony Blair war bestrebt, sich gestern als Politiker darzustellen, der sich beträchtlichen Schwierigkeiten gegenübersieht, Schwierigkeiten, die nur mit entschiedener Führerschaft gelöst werden können. Tatsächlich befindet er sich in einer wesentlich weniger schwierigen Lage, als er annehmen könnte, und sein übertriebenes Selbstporträt der Verletzlichkeit zeigt seine Stärke. Die Labour-Partei hat, wie dieser Parteitag in Bournemouth gezeigt hat, einiges an diesem Premierminister zu beanstanden, aber sie zieht es vor, mit ihm an der Macht zu bleiben.