die anderen über die wahlen im irak :
Die Zeitung L’Alsace aus Mülhausen schreibt zu den im Irak geplanten Wahlen: Die angloamerikanische Koalition hat keine Massenvernichtungswaffen im Irak gefunden. Sie hat auch dem Terror kein Ende gesetzt – im Gegenteil: Die Bombenleger verlängern jeden Tag die Liste der Opfer in diesem mörderischen Konflikt. Angesichts der internationalen Spannungen und der anhaltenden Gewalt sind die am 30. Januar geplanten Wahlen das letzte Deckmäntelchen, um das Fiasko der Bush-Doktrin zu verstecken. Doch dieses Deckmäntelchen zerreißt von Tag zu Tag immer mehr.
Die Aftenposten aus Oslo meint zum gleichen Thema: 40.000 Iraker kämpfen täglich mit eisernem Willen gegen die US-Regierung und ihre Interimsregierung. Mit Bomben und Gewehren wollen sie den politischen Prozess bis zu den Wahlen stoppen. Vieles deutet darauf hin, dass ihnen das gelingen wird. Die Wahl ist wichtig für den Irak. Es wäre aber keine Niederlage, wenn sie verschoben würde. Am wichtigsten ist, dass die bisherige Entwicklung enthüllt hat, wie sich große Gruppen, die nicht unbedingt zum Lager der Aufständischen gehören, selbst außen vor gestellt haben oder sich nach außen gedrückt fühlen. Wenn eine Verschiebung der Wahl die Lage entspannen würde, sollten die Interimsregierung und die internationale Gemeinschaft diesen Ausweg überlegen.