piwik no script img

das wetterDie Usambararede

Frau Rettich liebte es grün und hatte in jedem Zimmer der Wohnung Zimmerpflanzen stehen. Sie goss sie nicht nur, sie redete auch mit ihnen, weil sie wusste, dass die Pflanzen das wertschätzen. Dennoch war sie überrascht, als eines Tages das Usambaraveilchen ihr antwortete: „Lass endlich diese dümmliche Krankenschwestersprache, wir sind gesunde und erwachsene Zimmerpflanzen! Rede mit uns wie mit normalen Leuten, ernsthaft und über richtige Themen! Woher kommen wir, wohin gehen wir, ist das hier alles? Gibt es Leben außerhalb dieser Wohnung? Und komm uns bloß nicht mit banalem Blabla oder Religion! Handfeste, empirisch gesicherte Fakten, argumentativ abgesicherte Thesen, plausible Hypothesen – alles andere kannst du mit deinem Mann besprechen. Mit uns nicht!“ Frau Rettich war zutiefst verstört und schaffte bald alle Pflanzen ab.

Mit reinem Gewissen wissen

Auf taz.de finden Sie eine unabhängige, progressive Stimme. Frei zugänglich, ermöglicht von unserer Community. Alle Informationen auf unserer Webseite sind kostenlos verfügbar. Wer es sich aber leisten kann, darf – ganz im Zeichen des heutigen "Tags des guten Gewissens" – einen kleinen Beitrag leisten. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter, kritischer Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen