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■ beiseiteMaya-Stele

Stelenwälder, Erinnerungsstelen, geraubte Stelen. Wir kannten das Wort bis zur Eisenman-Zeit noch gar nicht. Doch seit zwei Jahren wird es für alle möglichen Säulen angewendet. Jetzt neu: Die Maya-Stele, von der die Stiftung Preußischer Kulturbesitz gerade verkündete, daß sie an Guatemala zurückgegeben werden soll. Das Bruchstück aus dem 8. Jahrhundert ist dem Berliner Völkerkunde-Museum 1980 von einem Schweizer Privatmann geschenkt worden, wie man hört. Bald schon hat man im Museum allerdings bemerkt, daß es sich bei dem Stelchen lediglich um einen Teil einer noch 1967 vollständig und vor Ort in Guatemala gesichteten Vollstele aus Kalkstein handeln muß, die jener Schweizer oder ein anderer dunkler Geselle zersägt und außer Landes geschafft haben muß. Auf dem oberen Teil der Stele ist sogar noch ein Datum erkennbar, das, wie Experten des Museum errechneten, nach heutiger Zeitrechnung den 30. Juni 741 bezeichnet.

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