Wieder britisches Rad-Gold: Der Tausendsassa

Der britische Radsportler Chris Hoy holt in der Bahn seine dritte Goldmedaille. Bei 14 Rad-Wettbewerben ist das die achte Goldmedaille für die Briten.

So stolz hat noch kaum ein Schotte den Union Jack getragen: Olympiasieger Chris Hoy. Bild: dpa

Die Tränen kullern über sein Gesicht. Chris Hoy hat seinen Helm abgenommen. Kurz zuvor hat der 32-jährige Brite im Bahnradfahren seinen Landsmann Jason Kenny geschlagen und Gold geholt. Er radelt zu seinen Trainern, weint mit ihnen, dann zu seinen Eltern und seiner Frau. Auch dort weinen sie alle.

Dabei müssten Chris Hoy und sein Anhang das Siegen gewöhnt sein. Es war schließlich seine dritte Medaille bei diesen Spielen. Zum dritten Mal hat sie einen Silberkern und zum dritten Mal ist sie mit den entscheidenden sechs Gramm Gold überzogen. Hoy, der achtfache Weltmeister auf der Bahn, hat seine Olympia-Bilanz damit auf insgesamt fünf Medaillen gesteigert. Die am Mittwoch mit ihren Wettkämpfen beginnenden BMX-Fahrer dürften froh sein, dass der Tausendsassa nicht auch noch in ihrer Disziplin die Sammlung fortsetzt.

Bis er 14 Jahre alt war, strampelte der "fliegende Schotte" auf dem kleinen Rad. Er war Neunter der Weltrangliste. Dann wechselte Hoy, der auch auf dem Rugby-Feld seine Härte unter Beweis stellte, das Gefährt. Der Sattel wurde höher, die Strecken ebener: Er fuhr fortan auf der Bahn. Endgültig hat er sich auf diese Disziplin aber erst im Alter von 18 Jahren entschieden.

Während Chris Hoy 2004 in Athen noch eine von zwei britischen Bahn-Goldmedaillen holte, waren es dieses Jahr bereits sieben. Und das, obwohl zwei Disziplinen aus dem olympischen Kanon geflogen sind. Eine davon war der 1.000-Meter-Sprint - die Disziplin, in der Hoy 2004 in einem dramatischen Wettkampf in Olympia-Rekordzeit zu Gold gefahren war.

In 14 Entscheidungen haben sich die britischen Radsportler bei diesen Spielen bisher achtmal Gold geholt, inklusive drei Doppeltriumphe. Während sich auf der Straße die Dominanz noch in Grenzen hielt - einmal Gold, einmal Silber -, zeigten die im Leistungsstützpunkt in Manchester trainierenden Fahrer auf der Bahn ihre große Überlegenheit.

Dabei ist die Kombination Radfahren und Erfolg eine gefährliche Mischung - gerade wenn beides so konzentriert auftritt wie dieses Jahr bei den Briten. Schnell kommen Dopinggerüchte auf. Hoy weiß sich zu wehren. Wie in seiner gesamten Karriere prescht er nach vorne. Das "Member of the British Empire" fordert deshalb medienwirksam eine lebenslange Sperre für Dopingsünder und sprach sich gegen die Teilnahme des dopingüberführten Dwain Chambers an den Spielen aus.

Mitgenommen hätten die Briten das Multisporttalent wohl auch gern in einer anderen Disziplin: Hoy war 1993 schon einmal britischer Vizemeister beim Rudern.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de