• 13.11.2019

Was fehlt …

… der Geistesblitz

Ein 30-jähriger Mann, der sich als Arzt ausgab, soll Mädchen und junge Frauen über Jahre per Skype dazu überredet haben, sich selbst heftige Elektroschocks zuzufügen. Eine Berliner Studentin erklärte nun vor Gericht, warum sie dabei mitmachte. Die 27-Jährige tritt als eine von zwei Nebenklägerinnen in dem Verfahren auf. Sie wirkt wie eine selbstbewusste, aufgeräumte junge Frau. „Ich brauchte halt Geld“, sagt sie. 3.000 Euro soll der Informatik-Kaufmann, der sich als Schmerz-Wissenschaftler „Raik Haarmann“ von der Berliner Charité ausgab, ihr geboten haben. Die „Ermittlungsgruppe Strom“ der Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck kam auf 120 Opfer, wobei nicht alle Fälle angeklagt wurden. Die Berliner Doktorandin ist Opfer Nummer 34. Während des angeblichen Experimentes sei sie im November 2015 per Skype angewiesen worden, ein „Löffel-Holzlöffel-Kabel-Gedöns“ zu bauen, berichtet die Berlinerin. Heute versucht sie, das Ganze mit Humor zu nehmen. Sie habe es nicht so mit Elektronik, sagt sie. „Ich habe keine Ahnung von Strom.“ Wo blieb er nur, der Geistesblitz? (dpa/taz)