Was fehlt …: … die Panik
Zieht ein maskierter Räuber bei einem Überfall eine Waffe, drückt er in den seltensten Fällen wirklich ab. Wirksamer als Munition ist die schiere Todesangst, die auch Said Ahmed, ein Kioskbesitzer aus Neuseeland, am Samstag hätte ereilen können. Ein Mann in schwarzem Kapuzenpulli stürmte seinen Laden in Christchurch mit einer Pistole. Der gebürtige Ägypter schlug den Räuber aber heldenhaft in die Flucht: Ohne Martial Arts oder Pfefferspay. Sondern mit einem Psychotrick.
„Der Mann wollte mir Angst einjagen, aber ich hatte keine Angst“, beschrieb Said Ahmed dem Guardian das simple Prinzip. Der Kioskbesitzer hat einfach weitergelächelt – und den Räuber getrost ignoriert. In aller Seelenruhe tütet er das Chicken Souvlaci für einen Kunden ein. Während Ahmed dessen Bestellung über den Tresen reicht, tritt der maskierte Räuber zur Seite und senkt vedutzt seine Pistole. Der Kioskchef lässt ihn einfach alleine stehen, verschwindet gemächlichen Schrittes in die Küche, woraufhin der bewaffnete Mann, sichtlich irritiert, die Flucht ergreift. In Ägypten habe er 20 Jahre lang wahre Schurken erlebt, kommentiert Ahmed das Überwachungsvideo, das den fehlgeschlagenen Überfall zeigt. Halbstarke aus Christchurch könnten da nicht mithalten.
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