Warnstreik bei Lufthansa beendet: Mehr als 60 Flüge gestrichen

Die Flugbegleiter der Lufthansa haben am Mittwochmorgen erneut gestreikt. Schwerpunkte waren die Flughäfen Frankfurt/Main und Berlin-Tegel. Tausende Passagiere saßen auf den Airports fest.

Die Passagiere haben das Nachsehen und müssen warten. Bild: dpa

FRANKFURT/MAIN ap/dpa Streikende Lufthansa-Flugbegleiter haben am Mittwochvormittag für zahlreiche Flugausfälle gesorgt. Laut dem Online-Flugplan des Airportbetreibers Fraport wurden knapp 60 Lufthansa-Flüge von und nach Frankfurt am Main annulliert, das Schwerpunkt der Warnstreiks war. Auch in Berlin-Tegel mussten Verbindungen gestrichen werden.

Die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO hatte gegen sechs Uhr mit einem Warnstreik begonnen. Damit will UFO den Konzern im laufenden Tarifstreit zur Vorlage eines höheren Angebots bringen. Besonders betroffen waren aber die Passagiere. Tausende mussten in den Wartebereichen der betroffenen Airports stundenlang ausharren.

Neben Inlandsflügen bestreikte UFO unter anderem Verbindungen von und nach Großbritannien, Frankreich und Italien. Auch Flüge von und nach Berlin waren betroffen. Lufthansa wollte die Zahlen zunächst weder bestätigen noch dementieren. UFO-Sprecher Joachim Müller sprach am Mittwochmorgen von einer zufriedenstellenden Streikbeteiligung. Die Auswirkungen hätten sich wie erwartet entwickelt, es sei mit mindestens 80 Flugausfällen zu rechnen.

Eine Lufthansasprecherin sagte kurz nach dem Streikbeginn: "Wir versuchen, die Langstreckenflüge so weit wie möglich aufrechtzuerhalten. Allerdings ist auch hier mit Verzögerungen zu rechnen". Der sechsstündige Ausstand dauerte bis 12 Uhr. Mit dem Warnstreik will die Gewerkschaft ihrer Forderung nach 15 Prozent mehr Lohn für die Kabinenmitarbeiter Nachdruck verleihen.

"Da die Arbeitgeberseite bislang kein verbessertes Angebot auf den Tisch gelegt hat, sieht sich die UFO gezwungen, ihre Warnstreiks auszuweiten", hatte UFO-Tarifchef Joachim Müller am Vorabend erklärt.

Die Forderungen der Gewerkschaft seien "inhaltlich nicht nachvollziehbar", sagte Lufthansasprecherin Claudia Lange. Die Forderungen passten nicht ins wirtschaftliche Umfeld. Den Streik kritisierte sie als "absolut unverhältnismäßig und unnötig".

Die UFO rief zu dem Warnstreik auch Lufthansa-Flugbegleiter auf, die nicht in der Gewerkschaft organisiert sind. Nach eigenen Angaben hat die UFO einen Organisationsgrad von weit mehr als 70 Prozent bei den insgesamt rund 16.000 Kabinenmitarbeitern.

Bereits am vergangenen Freitag fielen wegen des ersten Warnstreiks in der Geschichte der Gewerkschaft 44 Lufthansa-Flüge aus. Nach Angaben der Lufthansa folgten lediglich rund 100 Flugbegleiter dem Aufruf. UFO sprach dagegen von mehreren hundert Teilnehmern und sprach von 67 betroffenen Flügen.

Am Donnerstag wollen auch die Fluglotsen in Frankreich die Arbeit niederlegen. Sie wollen damit gegen drohende Kürzungen angesichts der Finanzkrise protestieren. Es wurde erwartet, dass sich auch Lehrer und Mitarbeiter von Verkehrsbetrieben dem Streik beteiligen werden.

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