Sachsen/Erzgebirge

Programm der Reise

vom 18. bis 24. August 2019

Markt in Freiberg/Sachsen - hier beginnt die Reise Bild: Archiv

1. Tag (So) Anreise

Anreise nach Freiberg Die Reise beginnt in Freiberg. Bis 18 Uhr sollten alle eingetroffen sein. Reiseleiter Michael Müller erwartet Sie im Hotel. Anschließend gemeinsames Abendessen und erstes Kennenlernen sowie Einführung in das Programm der kommenden Tage.

2. Tag (Mo) Freiberg

Der Vormittag beginnt mit einem Stadtrundgang in der mittelalterlichen Innenstadt und in der bergbaulichen interessanten Umgebung. Dabei wird es besonders um die wirtschaftliche Bedeutung des Bergbaus und des stetigen Wandels gehen. Anschließend sprechen Sie mit einem Vertreter der Stadt über die Veränderungen der Arbeitswelt seit der politischen Wende von 1989.

Am Nachmittag steht ein Besuch der Schülerfirma Namaste Nepal S-GmbH auf dem Programm. Die Firma ist ein Projekt der Lokalen Agenda 21, der die Stadt Freiberg in den 1990er Jahre beigetreten ist.

Der Abend endet mit einem gemeinsamen Abendessen.

3. Tag (Di) Erzgebirge

Nach dem Frühstück geht es los zu einer ganztägigen Rundfahrt per Bus durchs Erzgebirge. Erste Station ist die Grüne Schule grenzenlos in Zethau. Das internationale Naturerlebniszentrum bietet Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Senioren vielseitige Möglichkeiten, die Umwelt zu entdecken und Naturerkenntnisse zu vertiefen Es organisiert internationale Jugendbegegnungen, organisiert Programm im künstlerisch-musischen sowie ökologischen Bereich und um die Erhaltung alter Handwerkstechniken und Kulturgut.

Mariengasse in Annaberg-Buchholz Bild: Wiki-Commons

Danach werden Sie in Annaberg-Buchholz den Studienraum von Carlfriedrich Claus besuchen. Der avantgardistische Künstler (geb. 1908 in Annaberg-Buchholz, gestorben 1998 in Chemnitz) Zu seinem 75. Geburtstag 2005 wurde seine Wohnung, in der er über Jahrzehnte gelebt und gearbeitet hatte, von einem Förderverein renoviert und der Öffentlichkeit als Begegnungsstätte übergeben.

Anschließend unternehmen Sie noch einen kleinen Stadtspaziergang durch Annaberg-Buchholz. Die große Kirche bezeugt den früheren Reichtum des Ortes.

Am späten Nachmittag fahren wir weiter nach Chemnitz, unserer Station für die nächsten zwei Tage. Check-in im Hotel und Abendessen.

4. Tag (Mi) Chemnitz

Nach dem Frühstück steht hier als Erstes eine Architekturführung durch das Stadtviertel Kaßberg an, das vor allem durch den Stasiknast bekannt ist. Von hier fanden die Abschiebungen in die Bundesrepublik statt. Weniger bekannt ist, dass Kaßberg zu den größten Gründerzeit- und Jugendstilvierteln Deutschlands gehört und deshalb einen Besuch unbedingt lohnt.

Jugendstilelement in Chemnitz-Kaßberg Bild: Archiv

Karl-Marx-Denkmal in Chemnitz, früher Karl-Marx-Stadt Bild: Archiv

Seit den Ausschreitungen vom August 2018 ist Chemnitz Synonym für rechte Gewalt in Ostdeutschland. Doch das ist natürlich nur die eine Seite der Medaille. Wir treffen hier Menschen, die sich in ihrer Stadt aktiv gegen Rechts engagieren.

Nach einer individuellen Mittagspause sprechen Sie mit einem Stadtverordneten und Unternehmer über den Umgang mit dem sich ausbreitenden rechten Potential in Chemnitz.

Abendessen in einem Restaurant in Chemnitz.

5. Tag (Do) Chemnitz

Am Vormittag unternehmen Sie einen politisch-historischen Stadtrundgang. Die Initiative Chemnitz nazifrei bietet einen „Täterspurengang“ an. Entwickelt wurde er zum Jahrestag des Gedenkens an die Bombardierung von Chemnitz durch die Alliierten am 5. März 1945, der, wie die Initiative selber schreibt „von Neonazis über viele Jahre zum Anlass genommen wurde, deutsche TäterInnen zu Opfern umzudeuten und diesen Geschichtsrevisionismus auf die Straße zu tragen“.

Der Rundgang führt zu Orten, die mit den Nazi-Verbrechen in Chemnitz in Verbindung stehen: zu Betrieben, in denen Zwangsarbeiter tätig waren, und Orten, von denen aus Jüdinen und Juden deportiert wurden. Darüber hinaus geht es auch zu Orten, die mit der Chemnitzer Naziszene von heute in Verbindung stehen.

Nachmittags gibt es noch ein kleines Kulturprogramm. Sie besuchen das Industriemuseum oder die Gunzenhauser Kunstsammlung. Anschließend geht es per Bus nach Pirna, wo Sie auch zu Abend essen und übernachten werden.

6. Tag (Fr) Pirna

Am Morgen unternehmen Sie zunächst einen Stadtrundgang durch die Altstadt von Pirna. Am späten Vormittag geht es dann ins Elbsandsteingebirge zu einer rechts- und linkselbischen Wanderung unter Einbeziehung des slawischen Rundlings Mockethal, der Veduten Caspar David Friedrichs und der Euthanasie-Gedenkstätte auf dem Sonnenstein. In der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt ermordeten die Nazis im Rahmen der so genannten „Aktion T4“ in den Jahren 1940/41 knapp 14.000 psychisch kranke und behinderte Menschen. 1941 starben hier auch mehr als 1000 Menschen aus nationalsozialistischen Konzentrationslagern, die der „Sonderbehandlung 14f13“ - der Selektion und Ermordung von KZ-Häftlingen aus Alters- oder Krankheitsgründen - zum Opfer fielen.

Am späten Nachmittag geht es zurück nach Pirna zu einem Treffen mit der AG Asylsuchende SOS e.V., einem Zusammenschluss verschiedener Vereine, Initiativen und Einzelpersonen, die sich dafür einsetzen, die Lebensbedingungen der Asylsuchenden im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge zu verbessern.

7.Tag (Sa) Dresden

Am Morgen nach dem Frühstück geht er per S-Bahn nach Dresden. Dort unternehmen Sie mit Michael Müller eine alternative Stadtführung, die vor allem die politischen Ereignisse in der Stadt seit 1989 beleuchtet. In einem Café klingt die Reise gegen 14 Uhr aus. Hier haben Sie auch die Gelegenheit, sich über die Erfahrungen der Reise auszutauschen.

Umstellungen und Änderungen im Detail sind möglich.

Markt in Pirna Bild: Archiv

Stand: 30. April 2019