Maritimes Erbe: Masterplan für Hafenmuseum

Das renommierte Studio Heller erarbeitet bis zum Herbst Vorschläge für die Ausgestaltung des Museums auf dem Kleinen Grasbrook. Betrieb vorerst auf Sparflamme.

Sollen künftig professionell präsentiert werden: Kräne des Hamburger Hafenmuseums. Bild: dpa

Für das Hafenmuseum in den 50er-Schuppen auf dem Kleinen Graasbrook wird ein Masterplan erarbeitet. Vorerst allerdings werden in diesem Sommer wohl die Öffnungszeiten des "Museums in Gründung" stark eingeschränkt. Grund dafür ist die desolate Finanzlage der Hamburger Museen insgesamt.

Das Hafenmuseum soll das maritime Erbe Hamburgs bewahren. Schon seit den frühen 1980er Jahren sammelt das Museum der Arbeit Exponate, die mit dem Hafen zu tun haben: vom kleinen Stauer-Werkzeug über Waagen und Hebezeuge bis hin zum ersten Van-Carrier und einem Dampfkran, der ab und zu auch mal rausfährt.

Die Exponate sind in einem der 50er Schuppen und auf den Kais sowie im Hafenbecken davor gelagert - seit 2007 als für das Publikum zugängliche "Schausammlung". Die kann zwar bestaunt werden, ist aber weitgehend ungeordnet. Kooperationspartner ist die Stiftung Hamburg Maritim: Sie hat von der Stadt die 50er Schuppen übertragen bekommen und steuert auch Exponate bei, etwa den aus den 50er Jahren stammenden Frachter "Bleichen".

Ideen für das Hafenmuseum gibt es bereits. Der Stiftung Hamburg Maritim schwebt eine "Hafenwelt Hamburg" vor, die mit Hilfe von Ehrenamtlichen wesentliche Aspekte des Hafens erlebbar macht:

den Umschlag vom Schiff per Kran auf den Kai, weiter in den Schuppen und auf der anderen Seite auf die Bahn oder den Laster;

den Schiffbau mit den Arbeitstechniken die zu verschiedenen Zeiten hier angewandt wurden;

den Freihafen, in dem Güter wie der Kaffee veredelt wurden.

Im Rahmen einer beschränkten Ausschreibung hat die Kulturbehörde den Auftrag für den Masterplan an das Studio Andreas Heller vergeben. Das Hamburger Büro hat bereits die zweite Wehrmachtsausstellung gestaltet, das Lübecker Buddenbrook-Haus, das HSV-Museum und das Deutsche Auswanderermuseum in Bremerhaven. Letzteres wurde 2007 mit dem Deutschen Museumspreis ausgezeichnet. Heller und seine Kollegen sollen nun Vorschläge erarbeiten, welche Themen in dem Museum behandelt werden könnten, welche Räume dafür wie ausgestattet werden sollten und wie so ein Museum zu organisieren wäre.

Die Alternativen sollen mit den Betreibern, den Vertretern diverser Freundeskreise, dem Beirat und der Kulturbehörde diskutiert werden. Ende 2010, Anfang 2011 würde der Bürgerschaft dann ein Masterplan zur Entscheidung vorgelegt. "Es ist komplett offen, was man mit dem Museum anfangen will", sagt eine Sprecherin der Kulturbehörde.

"So etwas zu entwickeln, übersteigt die Kompetenz der Beteiligten", sagt Reinhard Wolf von der Stiftung Hamburg Maritim, deshalb sei für den Masterplan externes Know How gesucht worden. Erst mit dem Masterplan lasse sich auch einschätzen, wie teuer so ein Projekt werde. Wolf vermutet, dass das Hafenmuseum in Form einer öffentlich-privaten Partnerschaft entwickelt werden muss. "Wir versuchen, die Hafenwirtschaft einzubinden", sagt er.

Die Stiftung selbst erwirtschaftet Geld, indem sie einen Teil der Schuppen kommerziell vermietet: für den Film, für Betriebsversammlungen, aber auch für Lagerei. Mit den Einnahmen renoviert sie die Schuppen denkmalgerecht. Die Stiftung ist auf öffentliche Aufmerksamkeit angewiesen, weil sie für ihre Projekte auch Spenden benötigt.

Dem läuft die geplante Verringerung der Öffnungszeiten allerdings zuwider. Das Museum der Arbeit, das den Publikumsbetrieb organisiert, hofft, dadurch an laufenden Kosten zu sparen. "Wir arbeiten an einer Lösung, die es ermöglichen soll, am Samstag und Sonntag zu öffnen", sagt Sprecher Jan Haack. "Es macht keinen Sinn, das Hafenmuseum komplett zuzumachen", findet man auch bei der Kulturbehörde.

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